Korsikas Norden

Korsikas Norden

 

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Nachdem wir das Zelt abgebaut und alles eingepackt hatten, machten wir uns auf den Weg von Porto Vecchio in Richtung Norden der Insel.

Da der Ort Sartène vom Reiseführer mit einem orangen Ausrufezeichen als besonders sehenswert gekennzeichnet ist und recht vielversprechend klingt, steuerten wir zunächst dieses „korsischste aller Dörfer“ an.

Leider stellte dieses sich in unseren Augen als ziemlich dreckig heraus und wir waren uns einig, dass wenn so das korsischste Dorf aussieht, wir doch ganz froh sind, dass die anderen Dörfer eher „normal“ französisch/italienisch erscheinen.

 

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Einen deftigen Crèpe bei „La Pause Sucrée“ haben wir uns dennoch gegönnt. 🙂

 

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Von anderen Korsika-Besuchern habe ich inzwischen auch einiges Nettes über Sartène gehört – vielleicht haben wir dort einfach nur einen schlechten Tag erwischt. 😉

Im Anschluss ging es weiter in Richtung Calvi. Das Navi führte uns über eine sehr abenteuerliche Route dorthin: Es ging quer durch die Berge, durch etliche Kurven, die die Nerven meiner Schwester arg strapazierten, und über zwei Pässe. Von menschlichem Leben war hier nicht viel zu sehen, unsere ständigen Begleiter waren eher Schweine und vereinzelt auch mal Kühe und Stiere. So kam wenigstens keine Langeweile auf. 😉

 

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Hin und wieder wimmelte es wirklich von Schweinen und die kleinen schmutzigen Tierchen drückten ihre Steckdosen-Nasen an unser Auto, wo sie ein paar hübsche Abdrücke hinterließen. 😉

Die Natur zeichnete sich hier oben vor allem durch tote Bäume aus.

100km lang waren wir vom Navi auf diese verrückte Strecke verbannt worden und auch der Blick auf die Straßenkarte ließ Besserung in weite Ferne rücken.

Irgendwann mündeten wir dann auf die N193 und die Kurven wurden breiter und seltener und auch der Straßenbelag angenehmer.

 

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Vorbei an Corte stand dann unserer Ankunft in Calvi nichts mehr im Wege und nachdem wir uns auf dem Campingplatz Bella Vista *** installiert hatten, konnten wir in der campingplatzeigenen Snackbar endlich unser wohlverdientes Abendmahl einnehmen.

 

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„Es ist unglaublich – wir waren tatsächlich zwei Tage hintereinander am selben Strand! Im Ranking ordnen wir die Bucht von Calvi recht hoch ein: Der Blick auf Hafen und Stadt ist sehr schön und der feine Sandstrand fällt so flach ab, dass der vordere Teil des „Beckens“ sogar im Winter noch 14 Grad misst. Das Wasser ist sehr klar und manchmal fährt hinter den Sonnenschirmen die kleine Inselbahn vorbei.“

 

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Der nächste Tag entpuppte sich als Sightseeing-Tag: wir besichtigten ganze vier Dörfer! Zunächst verschlug es uns in das korsische Handwerkerdorf Pigna, ein kleiner hübscher CO2-freier Ort in den nordwestlichen Bergen der Insel.

Kurz vor dem Ortseingang sind ausreichend Parkmöglichkeiten, denn in den Ort hinein darf man nicht fahren. Komplett abgasfreie Zone. 🙂

In Pigna wird geschustert und getöpfert, geschmiedet und gebastelt. Wir besuchten einige kleine Läden und kauften in einem Geschäft, das „produits corses“ vertreibt, Mitbringserl für unsere Eltern und Großeltern. Besonders gefiel uns an Pigna, dass es so auffallend sauberer war als die anderen Dörfer.

 

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Anschließend ging es ins nahgelegene Corbora, ebenfalls ein Bergdorf, das jedoch im Reiseführer gar nicht beschrieben wurde. Das sah man auch, denn dieser Ort war rein gar nicht touristisch geprägt. Wir schlenderten ein bisschen durch die kleinen Gassen und folgten dann der D151 weiter nach Ile Rousse.

 

Ile Rousse ist ein etwas größerer Ort und liegt direkt am Meer. Nachdem wir mal wieder einen bombigen und vor allem kostenfreien Parkplatz ergattert hatten, erkundeten wir die zentralen Einkaufsstraßen um anschließend auf der großen Place Paoli Crêpe und Eisbecher zu genießen.

 

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Den krönenden Abschluss unserer „Städtetour“ sollte dann noch Calvi selbst bilden.

Wir stellten das Auto also am Campingplatz ab und machten uns zu Fuß auf den Weg ins Centre Ville. Wir spazierten durch den Hafen und erklommen dann die Zitadelle, die einen herrlichen Ausblick über die Bucht von Calvi ermöglicht. Ansonsten unterscheidet sich Calvi nicht großartig von anderen südfranzösischen Dörfern aber es ist ein nettes kleines beschauliches Örtchen!

 

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Wir schlenderten über die Hafenpromenade wieder zurück zum Platz, spielten eine Runde Federball und genossen die Ruhe, bis unsere Nachbarfamilie lautstark ihre Rückkehr verkündete.

 

Um wenigstens eine Hauptstadt der Insel zu sehen, entschlossen wir uns an einem Tag unserer Reise für die nähergelegene heimliche Hauptstadt Corte. Corte war auch tatsächlich mal die Hauptstadt und beherbergt heute noch die einzige Universität der Insel.

Von Calvi aus fuhren wir gute eineinhalb Stunden dorthin, bevor wir ein recht kleines mittelschäbiges Städtchen vorfanden. Touristisch belebt und unrenoviert präsentierten sich die engen Gassen des einstigen Bergdorfs.

Besonders die Einschusslöcher aus dem 18. Jahrhundert an einer Hauswand hinterließen bei uns einen bleibenden Eindruck.

Im Großen und Ganzen war es nett, jedoch auch rau und rustikal. In frühere, härtere Inselzeiten kann man sich hier problemlos versetzen.

 

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Zwei große Eisbecher und eine kalte Cola bildeten den Abschluss unseres Besuchs, bevor uns der Twingo ins nahegelegen Asco-Tal führte. Dort herrscht absolut bergische Stille und das Dorf Asco – hoch über dem gleichnamigen Fluss – wirkte wie eine erstaunlicherweise noch bewohnte Filmkulisse.

Die R4-Dichte war hier besonders groß und in der alten Schule scheinen Mädchen und Jungs immer noch getrennt unterrichtet zu werden.

 

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Wir kühlten uns schließlich im wunderbar klaren Wasser des Ascos ab, genossen noch einige Sonnenstrahlen und die schöne Bergwelt bevor es wieder Richtung Ozean und Zelt ging.

 

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Da unsere Fähre zurück aufs Festland schon frühmorgens von Bastia losfuhr, wollten wir schon am Vortag dort eintreffen und die letzte Nacht auf einem nahegelegenen Campingplatz verbringen.

Unser Weg von Calvi nach Bastia führte uns vorbei an der Kirche San Michele de Murato, zu der sich ein kleiner Abstecher wirklich lohnt.

Die Kirche stammt aus dem Jahr 1280 n.Chr. und fällt schon durch ihr Äußeres auf: Die Kombination von dunkelgrünen Serpentin- und weißen Kalksteinen lassen die Kirche wie ein großes Schachbrett erscheinen.

 

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Von hier aus ging es dann weiter zu unserem eigentlichen Ziel Bastia.

Dort schlenderten wir am Hafen entlang und quer durch die Stadt und schnell zeichnete sich in unseren Köpfen ein Bild von abgerissenen Häusern und heruntergekommenen Straßen.

 

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Hinzu kam der alles andere als angenehme Geruch nach Urin, der wie eine stickige Duftwolke über den Gassen hing.

Woran das möglicherweise lag, erklärt sich von selbst, wenn man einmal die Hausfassaden hinaufblickt: Auf zahlreichen Balkonen befinden sich den Wohnungen ausgelagerte Toilettenhäusschen.

 

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Auch die Restaurants und Cafés wirkten auf uns nicht unbedingt einladend.

Trotzdem kehrten wir zum Abschluss unserer Reise an der ganz schönen Place Saint Nicolas unweit des Hafens ein und ließen den Tag und unseren Schwesternurlaub bei Pasta & Orangina gemütlich ausklingen.

 

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