Cinque Terre #2: Vernazza, Corniglia, Manarola

Cinque Terre #2: Vernazza, Corniglia, Manarola

Die vereinzelten Regentropfen des Vorabends hatten sich über Nacht in ziemlich mieses Regenwetter verwandelt.

Daher verbrachten wir den Montagvormittag gemütlich im Bulli, während es draußen aus Eimern goss. Als sich das Wetter dann im frühen Nachmittag wieder beruhigte und die Sonne herauskam, machten wir uns auf den Weg mit dem Zug nach Vernazza. Die Zugverbindungen zwischen den Orten sind nämlich ganz hervorragend und man gelangt sehr zügig in die nächsten Küstendörfer.

Vernazza ist wie die anderen Cinque Terre Dörfer auch, ein kleiner malerischer Küstenort mit vielen bunten Häuschen. Hier gefiel es uns schon auf Anhieb deutlich besser als in Monterosso – die Reiseführer hatten also recht: Monterosso ist irgendwie ein bisschen anders als die anderen.

Wir schlenderten in Richtung Meer und verweilten einige Zeit auf dem kleinen Platz direkt am Strand. Mit Focaccia und Pizza sahen wir einer Gruppe Jungs beim Fußballspielen zu, kleinen Mädchen beim Fangenspielen und Omi & Opi wie sie langsam über den Platz spazieren.

Die Sonne schien uns ins Gesicht und es roch nach Sommer.

 

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Das Ganze krönten wir mit einem leckeren Eis aus der Gelateria um die Ecke und setzten uns mit baumelnden Beinen direkt ans Meer, bevor wir den Aufstieg zum Castello Doria antraten.

Das Castello Doria ist heute eine Ruine, die hoch über Vernazza thront und eine beeindruckende Aussicht auf das Dorf und die Weite des Meeres bietet. Der Eintritt kostet 1,50€ und es lohnt sich wirklich, die Stufen hier hoch in Kauf zu nehmen. 🙂

 

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Auf dem Rückweg von Vernazza kauften wir in einem kleinen Laden noch eine Flasche Weißwein und ließen den Abend bei Sonnenuntergang, Kerzenschein und Weinchen ganz entspannt ausklingen, denn am nächsten Tag hatten wir wieder Großes vor:
Die nächste Wanderung stand an. 🙂

Mit dem Zug fuhren wir bis nach Corniglia, wo sich uns schon beim Verlassen des Zuges ein atemberaubendes Panorama bot: Der Bahnhof von Corniglia liegt direkt am Meer und ist wirklich außergewöhnlich schön!

 

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Vom Bahnhof aus ging es direkt einige steile Stufen hoch zum Dorf und bei 17Grad und Sonnenschein kamen wir beim Aufstieg schon ganz schön ins Schwitzen.

Gefühle von Sommer, Sonne und Süden überkamen uns und mit einem Lächeln im Gesicht erklommen wir die letzten Stufen bis ins Zentrum von Corniglia.

 

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Wir schlenderten ein bisschen kreuz und quer durch den kleinen Ort und machten uns dann auf den Weg den rot-weißen Markierungen hinterher. Next Stop: Manarola, das vierte der fünf Cinque Terre Dörfer.

Wie schon bei der Wanderung von Levanto nach Monterosso begann der Weg ziemlich heftig. Es ging permanent bergauf. Auf kleinen und schmalen steinigen Wegen ging es immer weiter hoch durch den Wald und hinter jeder Kurve lauerte eine neue Steigung.

 

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Irgendwann kam uns ein deutsches Ehepaar entgegen und wir fragten sie, wie lange es noch bergauf ging. Sie versicherten uns, dass es schon bald flacher würde und sich der anstrengende Aufstieg sehr lohnen würde. Also marschierten wir tapfer weiter und stellten schon nach kurzer Zeit fest, dass die beiden Recht gehabt hatten. Genau zum richtigen Zeitpunkt, als unsere Energiereserven ihr Minimum erreicht hatten, wurde der Weg flacher und es ging eine ganze Weile lang so flach weiter, durch Weinberge und Olivenhaine und immer mit superschönem Meerblick.

 

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So liefen wir immer weiter, bis wir irgendwann endlich unseren Zielort Manarola erblickten. Dieser lag allerdings ein ganzes Stück tiefer als wir, unten am Meer und wir ahnten, dass der Abstieg unseren Beinen auch nochmal einiges abverlangen würde. So kam es dann auch: Der Abstieg war ziemlich lang und sehr steil, es ging über steinige Stufen und schmale kurvige Pfade bergab. Innerlich bemitleideten wir die vielen Wanderer, die uns hier entgegen kamen und schon jetzt recht mitgenommen wirkten – so wie wir bei unserem Aufstieg am anderen Ende der Strecke. Ein Mädchen stöhnte „Oh Mann ey, wie lange denn noch?!“ und ich antwortete „Herrje, noch ziemlich lange!“ und erntete dafür einige „Oh nein“s und „Oje“s. „Aber es lohnt sich, der Weg ist wirklich wunderschön!“ fügte ich schnell hinzu, und alle gingen wieder ihrer Wege.

 

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Nach insgesamt etwas mehr als 3 Stunden kamen wir dann endlich unten an, mit zitternden Knien und erschöpften Gesichtern. (Memo an mich selbst: 3 Stunden wandern sind nicht gleich 3 Stunden wandern!!! 😀 )

Daraufhin brauchten wir erstmal eine Stärkung und kehrten in einer kleinen Pizzeria ein, bevor wir noch eine Runde durch Manarola schlenderten. Manarola ist ebenfalls ein sehr hübscher, kleiner, farbenfroher Ort und schon jetzt im März wimmelt es in den engen Sträßchen von Touristen. Wie mag das erst im Hochsommer sein?

 

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Von Manarola aus wollten wir noch ein Stück weiter am Meer entlang wandern, bis ins nächste Cinque Terre Dorf Riomaggiore. Dazu kann man zwischen zwei Wegen wählen: Entweder man wandert wieder oben entlang, was natürlich nach Anstrengung schreit, ooooder man entscheidet sich für die deutlich entspanntere Variante und nimmt den flachen Via dell’Amore direkt am Meer entlang. Natürlich fiel uns die Entscheidung hier nicht besonders schwer und wir machten uns auf den Weg Richtung Via dell’ Amore, aber schon kurz darauf wurden wir enttäuscht: Aufgrund von akuter Steinschlag-Gefahr war der Weg gesperrt und so mussten wir wieder zurück spazieren. Vielleicht haben wir ja in den nächsten Tagen mehr Glück.

 

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Daher nahmen wir dann von Manarola aus den Zug wieder zurück nach Levanto und verbrachten den Rest des Abends auf dem Campingplatz.

 

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Der Abend und auch die Nacht waren allerdings alles andere als gemütlich: Gegen 19Uhr kam ein heftiger Wind auf und bescherte uns eine nahezu schlaflose Nacht. Der Sturm mit Windstärke 7 machte ganz schön viel Lärm und das Vorzelt des Nachbarn hörte sich an, als würde es jeden Moment wegfliegen.

Eigentlich wollten wir gestern früh einen Ausflug nach Pisa machen, aber da wir kaum geschlafen haben und der Wind auch morgens zunächst noch anhielt, sahen wir davon ab und verschoben Pisa auf einen anderen Tag. Zum Glück sind wir ja so herrlich flexibel. 🙂
Stattdessen sind wir gestern Nachmittag mit dem Zug nach Sestri Levante gefahren um dort ein bisschen zu bummeln. Aber dazu mehr im nächsten Teil! 😉

 

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