Australien #12 – Meine neue Lieblingsstadt Sydney

Nach einem kurzen Stopp in Port Macquarie der sich mehr oder weniger als unnötig herausstellte, trafen wir am späten Nachmittag auf unserem Campingplatz etwas außerhalb von Sydney ein. Der letzte Abend mit Susi stand an! Wir waren schon etwas traurig, unseren geliebten Camper nun abgeben zu müssen. Wir nutzten den Abend zum Wäsche waschen und Susi aufräumen, damit es am nächsten Morgen zeitig losgehen konnte. 

Ankunft in Sydney

Als wir den Camper dann bei Travellers Autobarn abgegeben hatten und ein Shuttleservice uns in die Stadt brachte, checkten wir in unserem Hostel (The Village / Eva’s Backpackers) ein und bezogen unsere Betten im 6er Schlafsaal. Unsere Zimmernachbarn stellten sich alle als sehr nett und offen heraus, nur leider hatte ich Pech mit meinem Bett und schlief die folgenden 6 Nächte lang direkt unter der Klimaanlage, ohne die es leider viel zu warm gewesen wäre und an der somit kein Weg vorbeiführte. 

Wir erholten uns noch kurz und kramten ein bisschen rum und spazierten dann los Richtung Stadtzentrum. Unser Hostel lag im schönen Viertel Kings Cross, das uns als Szeneviertel empfohlen wurde (ob es wirklich eins ist kann ich ehrlich gesagt nicht so richtig beurteilen), und zu Fuß gingen wir immer etwa 20 Minuten bis ins richtige Zentrum. Vollkommen okay also. Da ich unbedingt vorhatte, ein neues Paar Sneakers zu shoppen (als Schuhliebhaberin ist es nicht so einfach sich 6 Wochen lang auf 3 Paar zu beschränken ;-)) steuerten wir direkt die Shoppingmeile Market Street an. Dort waren wir außerdem mit Yannick verabredet, den ihr vielleicht schon aus den vorherigen Berichten über Fraser Island und Byron Bay kennt. Ich wurde schnell fündig und kaufte ein Paar – Überraschung – Vans und wir schlenderten noch eine Weile von Geschäft zu Geschäft.

Nach den vielen Wochen Natur war es wirklich schön, nochmal in einer richtigen Metropole zu sein und wir genossen das Großstadtfeeling noch eine ganze Weile, bis wir schließlich den Weg zum berühmten Opera House einschlugen.

Harbour Bridge & Opera House 

Wir spazierten einmal quer durch den CBD (Central Business District) und vorbei an riesigen Wolkenkratzern in Richtung Hafen, wo unverkennbar und vieeeel riesiger als ich sie mir vorgestellt hatte die Harbour Bridge vor uns auftauchte. Noch ein paar Schritte weiter um die Ecke, dann sahen wir auch schon das Opera House, dessen Architektur übrigens von einer geschälten Orange inspiriert ist. Im Vergleich zur Harbour Bridge sieht die Oper ganz schön winzig aus muss man sagen, aber ich fand sie dennoch sehr beeindruckend. Wie immer, wenn man plötzlich vor etwas steht, das man schon so oft auf Bildern gesehen hat. In solchen Momenten auf Reisen realisiert man immer erst richtig, wo man eigentlich ist, finde ich. 

Mein Hobbyfotografenherz schlug natürlich sofort höher und konnte sich kaum noch beruhigen – es folgte also eine seeehr ausgiebige Fotosession mit Yannick, bis es zu dunkel für mein Objektiv wurde. Ein leckeres Magnum und der Blick über die Stadt von der Dachterrasse unseres Hostels krönten diesen ersten Abend in meiner neuen Lieblingsstadt – Sorry San Francisco, du bist jetzt leider nur noch Platz 2 😉

Darling Harbour, die Altstadt „The Rocks“ & Botanical Garden

Den nächsten Tag begannen Chrissy und ich nach dem Ausschlafen mit einem Besuch des Darling Harbour, denn dort kann man ganz hervorragend flanieren! Inmitten einer bunten Mischung aus Businessmenschen und Touristen schlenderten wir am Wasser entlang und genossen die Aussicht auf das Riesenrad auf der anderen Seite des Hafens. Hier reiht sich eine Gastronomie an die nächste und mit dem entsprechenden Budget kann man hier sicher gut essen. Einige der anliegenden Schiffe bieten sogar auch Lunch und Dinner an, aber ich glaube das muss man vorher buchen.

Wir spazierten immer weiter, vorbei an zahlreichen Baustellen und durch einen hübschen Park bis ins Altstadtviertel Sydneys, „The Rocks“. Dort prägen Backsteinhäuser und kleine Gassen mit Galerien und Cafés das Stadtbild und wir beiden Genießerinnen ließen es uns natürlich nicht nehmen, auf ein Stückchen Kuchen einzukehren 😉 Lustigerweise fand in einer Bar gerade ein kleines Oktoberfest statt und neben blauweißer Dekoration wurde deutsches Bier von Kellnern und Kellnerinnen in Lederhosen und Dirndl serviert. Dazu lief deutsche Schlagermusik – ganz schön merkwürdig so am anderen Ende der Welt, aber irgendwie auch nett. 

Weil es uns am Vorabend schon so geflasht hatte, setzten wir anschließend unsere Runde in Richtung Opera House fort und legten erneut eine ausgiebige Fotosession ein. An diesem Anblick kann man sich aber auch wirklich nicht sattsehen! Direkt am Opera House beginnt auch der Botanische Garten. So einen gibts übrigens in fast jeder australischen Stadt, aber der in Sydney ist natürlich besonders schön und groß! Wir durchquerten den Botanischen Garten und kehrten dann am frühen Abend ins Hostel zurück, wo wir uns nach einer schnellen Portion Nudeln dann zügig für den Abend fertigmachten.

Feiern in Sydney: Auf ins CBD!

Wir wollten nämlich feiern gehen, und wilde Partynächte beginnen in Australien anscheinend schon sehr früh. Und damit meine ich nicht etwa 21 oder 22 Uhr sondern 17 oder 18 Uhr! Aus Deutschland und Frankreich bin ich es gewohnt, dass man sich gegen 21/22Uhr trifft und dann vielleicht um Mitternacht mal loszieht. Dann ist die Feierei in Sydney allerdings schon in vollem Gange 😉 Zusammen mit Yannick genehmigten wir uns eine Runde Wein (vielleicht auch zwei oder drei Runden 😉 ) im Hyde Park und zogen dann los ins Nachtleben. Zunächst steuerten wir Darling Harbour an, das war aber wenig erfolgreich und so landeten wir schließlich mitten im CBD im Scary Canary. Achja, es war übrigens Halloween! Das sollte ich vielleicht erwähnen 😉 Dementsprechend war nämlich im ganzen CBD die Hölle los und es wimmelte von wild kostümierten, feierwütigen Menschen. Eine gelungene  Abwechslung zu unserer bislang eher ruhigen, entspannten Reise! Mein Fazit zum Scary Canary: Kann man machen! 🙂

Surfer Watching am Tamarama Beach

Der nächste Tag begann nach dieser durchgefeierten Nacht (na gut, die Feierei war um 3Uhr zu Ende, denn es gibt dort tatsächlich noch eine Sperrstunde) natürlich etwas später als gedacht und wir begaben uns gegen Mittag per Uber (bestes Verkehrsmittel!) zum Tamarama Beach. In der Hoffnung auf eine ordentliche Meer-Erfrischung von den 37° Außentemperatur legten wir uns an den Strand, aber ins Wasser durfte man aufgrund des starken Wellengangs leider nicht. Das war aber nicht weiter schlimm, der Anblick der vielen richtig guten Surfer war beeindruckend genug und die angrenzenden Klippen luden wiederum zu einem kleinen Fotoshooting ein. 

Verrückterweise lebt ein alter Bekannter von Chrissy seit einigen Jahren in Sydney, daher war sie abends mit ihm verabredet und Yannick und ich zogen alleine los und saßen gefühlte Ewigkeiten bis in die frühen Morgenstunden am Darling Harbour, hörten Musik und quatschten. Das war wohl einer dieser berühmten Reisemomente, an die man noch so oft und gerne zurückdenkt 🙂 

Mit der Fähre nach Manly

Am nächsten Morgen nahmen wir die Fähre nach Manly, auf die andere Seite der Stadt. Bei verschiedenen Instagrammern und Bloggern hatte ich rundum begeisterte Beiträge über Manly gesehen, jedoch muss ich sagen dass es mir dort gar nicht mal sooo gut gefallen hat. Allein für die tolle Aussicht auf die Skyline der Stadt lohnt sich die Überfahrt allerdings definitiv! 

Der Strand, der angeblich besonders toll sein sollte, war gnadenlos überfüllt und hatte für meinen Geschmack ziemlich wenig mit „traumhaft“ zu tun. Genau genommen fanden wir es hier so schrecklich, dass wir uns schnellstens vom Strand zurück in die Fußgängerzone begaben und nach einem kurzen Bummel durch die ansässigen Surfshops die Rückfahrt nach Sydney antraten. Auch die Einkaufsstraße und die Cafés in Manly wirkten durchaus einladend, aber ich bin einfach kein Freund von sardinendosen-ähnlich überfüllten Stränden 😉 Vielleicht muss man für Manly einfach ein paar Insidertipps von Einheimischen einholen.

 

Ein Tag am Bondi Beach – Die endlose Suche nach der perfekten Welle 

Leider kündigte sich zudem bereits an, was ich seit unserer Ankunft in Sydney befürchtet hatte: Die Nächte unter der kalten Klimaanlage mündeten in einer heftigen Mandelentzündung, sodass wir den Abend nach dem Ausflug nach Manly Beach erstmal ruhig angingen.

Auch die anfliegende Mandelentzündung konnte mich aber nicht davon abhalten, am nächsten Tag ein Surfboard für Chrissy und mich in Bondi Beach zu leihen und ein bisschen in den quasi nicht vorhandenen Wellen zu plantschen. Selbstverständlich unterstützt von Yannick GoPro, damit die Poserei auch hier nicht zu kurz kam 😉 Chrissy und ich paddelten und paddelten und paddelten, aber es kam einfach nichts dabei rum, sodass wir schließlich aufgaben und das Board zurückbrachten. Gerade noch pünktlich, bevor dunkle Wolken den Strand in einer beeindruckenden Geschwindigkeit leer fegten.

Bondi Beach gefiel mir schon viiiiiel besser als Manly Beach. Wirklich ein toller Ort, den man definitiv mal besuchen sollte und der zu jedem Sydney Besuch einfach dazu gehört.

 

Der nächste und letzte Tag in Sydney lief für mich ziemlich blöd, denn nach einer fast schlaflosen Nacht war ich nun sicher: Da ist sie, die Mandelentzündung. Den Plan, mit Chrissy in die nahegelegenen Blue Mountains zu fahren und dort zu wandern konnte ich somit nicht verfolgen und versuchte stattdessen, mich den Tag über ein bisschen gesund zu schlafen. So richtig funktionierte das aber auch nicht, und den letzten Tag in Sydney hatte ich mir eigentlich auch anders vorgestellt. Zum Glück bescherten mir am Abend Yannicks Gesellschaft und die nach wie vor grandiose Aussicht von der Dachterrasse unseres Hotels einen doch noch schönen Abschied von dieser großartigen Stadt. So ist es eben manchmal – dann muss ich wohl definitiv nochmal zurückkommen, um die Blue Mountains und den Rest von Sydney noch zu erkunden. 🙂

 

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