Schweden #5: Sommerregen in Östergötland

Von Mariefred aus ging es weiter ans vorletzte Etappenziel unserer Schwestern-Schwedenreise: Wir steuerten das Örtchen Söderköping in der Region Östergötland an. Hier wollten wir eine Nacht bleiben und am nächsten Tag eine Fahrradtour am Göta Kanal machen.

Der Göta Kanal ist eine der bekanntesten und meist besuchten Touristenattraktionen Schwedens und wurde sogar zum Schwedischen Bauwerk des Jahrtausends ernannt. Er erstreckt sich über 190km von der Ostseeküste bis zum Vänersee und verfügt über 58 Schleusen.

 

Ankunft in Söderköping

Als wir gegen Mittag am Skeppsdockan Campingplatz in Söderköping ankamen, sahen die Wetteraussichten jedoch nicht so toll aus.

Wir schlugen unser Zelt auf und erkundeten zunächst einmal den Campingplatz, der wirklich gut ausgestattet ist.

 

 

 

Neben super sauberen Sanitäranlagen gibt es wie an vielen schwedischen Campingplätzen auch hier eine Art „Wohnzimmer“, wo Tische, Stühle und Gesellschaftsspiele zu gemütlichen Stunden einladen. Außerdem gibt es mehrere Kochplatten und Mikrowellen, sodass einem entspannten Abend unabhängig von Wind und Wetter nichts im Wege steht.

Ganz besonders zeichnet diesen Campingplatz jedoch das nicht zu übersehende Trockendock aus dem Jahre 1827 aus, das mitten im Gelände liegt: Hier überwintern einige Boote und werden ggf. wieder fit für die Saison gemacht.

 

 

 

Dazu wird das Dock zunächst mit Wasser gefüllt, die Boote laufen ein und schließlich wird das Dock wieder entleert. Dies geschieht durch Selbstdruck, worauf das Wasser durch ein Ablaufgewölbe unter dem Kanal hinaus in einen Bach geleitet wird. Ursprünglich wurde dieses Trockendock gebaut, um neun Schiffe verschiedener Größen aufnehmen zu können. Im Winter 1961 konnten sogar elf Schiffe untergebracht werden.

Das Klevbrinkens Trockendock am Skeppsdockan Campingplatz ist eines von drei Trockendocks am Göta Kanal, die beiden anderen befinden sich in Motala und Sjötorp.

Neben zahlreichen Stellplätzen für Camper bietet der Skeppsdockan Campingplatz auch noch eine Jugendherberge, die sich in der früheren Schiffswerkstatt direkt neben dem Trockendock befindet.

 

Da es bei unserer Ankunft nieselte und nicht nach Besserung aussah, machten wir uns nach fertiger Installation auf den Weg nach Linköping um ein bisschen zu bummeln. Leider wurden wir hier ein bisschen enttäuscht, Linköping ist bei gutem Wetter bestimmt eine hübsche kleine Stadt, und es mag an unserer nach drei Wochen Regen doch eher mäßigen Laune gelegen haben, aber bis auf ein paar anständige Burger und ein paar Abstechern in typisch skandinavische Designläden konnten wir dieser Stadt nicht viel abgewinnen.

So kehrten wir bald darauf wieder zum Campingplatz zurück, kochten uns Nudeln im oben erwähnten Wohnzimmer und spielten noch eine Runde Ligretto bevor wir wie immer zeitig ins Zelt krochen.

 

Am nächsten Morgen war nach wie vor kein Wetterumschwung in Sicht, aber wir waren dennoch positiv gestimmt und liehen wie geplant am Campingplatz zwei Fahrräder aus, um ein bisschen am Göta Kanal entlang zu radeln.

Neben dem Göta Kanal verlaufen nämlich in beide Richtungen gut ausgebaute Radwege und da so gut wie keine Steigungen vorhanden sind, eignen sich diese 190km hervorragend für eine angenehm entspannte Radtour.Ungefähr eine halbe Stunde lang fuhren wir so durch den Regen, aber als dieser immer stärker wurde, brachen wir ab und nahmen uns vor, in einem sonnigeren Sommer nochmal wieder zu kommen.

 

 

 

 

Nachdem wir die Fahrräder wieder zurückgegeben hatten, beschlossen wir dem angefangenen Tag noch eine Chance zu geben und machten uns auf den Weg nach Söderköping, wo wir uns auf die Spuren von Madita begaben. In Söderköping wurden nämlich die berühmten Madita-Filme gedreht und es gibt sogar einen Spaziergang, der die verschiedenen Filmkulissen abklappert. So spazierten wir zum Beispiel auch Maditas Schulweg entlang.

 

 

 

 

 

Ein weiteres Highlight von Söderköping ist die Eisdiele Smulltronstället. Hier gibt es wirklich die verrücktesten Eiskreationen, die man sich nur vorstellen kann! Wir entschieden uns für Apfelkuchen mit Eis und Sahne und Pancakes, da wir uns bei all den riesigen Eisbechern einfach nicht entscheiden konnten.

 

 

 

Anschließend schlenderten wir noch eine Weile durch die bunten Gassen und fuhren dann zurück zum Campingplatz um zum nächsten Stop aufzubrechen. Auf dem Weg an die Ostküste machten wir noch Halt in Norrköping, aber hier fiel unser Urteil leider ähnlich aus wie schon in Linköping: Kann man machen, muss man aber nicht. Hierzu muss ich jedoch auch sagen, dass wir inzwischen ziemlich genervt von all dem Regenwetter waren und einfach keine Lust mehr hatten, uns in jedem Ort aufs Neue von Café zu Café zu schleppen. 🙁

 

Wie es für uns in Gryt an der Ostküste weiterging und was wir dort für ein großartiges Abenteuer erlebten, erzähl ich euch im nächsten Schwedenbericht!

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