Schweden #3: Auf den Spuren von Astrid Lindgren

Bevor ich diesen Sommer zum ersten Mal nach Schweden reiste, kannte ich dieses Land eigentlich nur aus den Geschichten von Astrid Lindgren. Seit etlichen Jahren gucke ich am 24. Dezember sämtliche Pippi Langstrumpf und Michel-Filme mit meiner Schwester. Und seit diesem Sommer werde ich diese Filme vermutlich mit anderen Augen sehen, denn einige der Drehorte konnten wir hautnah erleben!

 

Ein Nachmittag in Eksjö

Aber eins nach dem anderen: Nach einer Wildcamping-Nacht im Björkenäs Naturreservat fuhren wir zunächst weiter durch Småland. Den nächsten Stopp legten wir in Eksjö ein, einem wirklich traumhaft schönen Örtchen, dessen Altstadt zu den wenigen original erhaltenen Holzaltstädten Schwedens zählt. Während wir durch die Gassen schlenderten und uns an den vielen bunten Holzhäusschen erfreuten, hatten wir wirklich das Gefühl, Pippi Lotta würde jeden Moment gefolgt von Tommy und Annika unseren Weg kreuzen.

 

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Wir gönnten uns ein Stückchen Kuchen und einen absolut köstlichen Kakao mit Sahne in einem süßen kleinen Café, was sich für einen Sommerurlaub zugegebenermaßen etwas ungewohnt anfühlte, aber dieser Kakao war wirklich so gut, dass ich vermutlich selbst bei 30Grad jederzeit wieder darauf zurückkommen würde.  Auch deshalb ist Eksjö also ein absolutes Muss für alle Småland-Besucher. 🙂

 

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Ankunft in Mariannelund

Als nächstes steuerten wir unseren bereits gebuchten Campingplatz in Mariannelund an. Schnell stellte sich heraus, dass es absolut richtig gewesen war, den Campingplatz im Vorhinein zu reservieren, denn hier hielten sich gefühlt alle deutschen Touristen gleichzeitig auf. So schlugen wir unser Zelt inmitten deutscher Familien auf und dachten diesmal auch daran, das „Sowas“ aufzubauen. (Das „Sowas“ ist mein Sonnensegel, das uns vor dem vermutlich bald wieder einsetzenden Regen schützen sollte. 😉 )

Der Campingplatz namens „Spilhammars Camping“ liegt sehr schön direkt an einem See inklusive Badestelle und Steg und ist insgesamt absolut empfehlenswert. Das Personal ist freundlich, die Sanitäranlagen tippitoppi und wie in Schweden üblich gibt es einen Kochraum mit einigen Kochplatten und Mikrowellen.

 

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Den ersten Abend in Mariannelund verbrachten wir dann tatsächlich unter dem Sowas, während um uns herum die Welt erneut unterzugehen schien. Es regnete und regnete und regnete. Irgendwann spät in der Nacht hörte es endlich auf und am nächsten Morgen wurden wir von der lauten Nachbarfamilie aus Süddeutschland geweckt. Ich habe ja wirklich nichts gegen Kindergeplapper, aber ist es wirklich nötig dass eine Mutter morgens um 7Uhr anfängt rumzubrüllen? Ich denke nicht. 😀

 

Astrid Lindgrens Welt

Unseren ersten richtigen Tag verbrachten wir dann tatsächlich auf den Spuren Astrid Lindgrens: Das Twingomobil brachte uns ins nahegelegene Vimmerby, wo sich die große Astrid Lindgren Welt befindet – eine Art Freizeitpark, aber statt Achterbahnen und derartigen Attraktionen findet man hier sämtliche Schauplätze der Astrid Lindgren Filme. Egal ob Junibacken, Bullerbü, die Villa Kunterbunt, die Mattisburg, der Katthult Hof oder das Heckenrosental, es ist einfach alles vertreten! Sogar die Krachmacherstraße, in der Lotta einst Radfahren lernte. 😉

 

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Das Beste daran ist, dass an den verschiedenen Schauplätzen alle möglichen Geschichten nachgespielt werden! So sahen wir zu, wie Pippi Langstrumpf Besuch von den Polizisten Kling und Klang bekam, nachdem ihr Vater mit der Hoppetosse in Richtung Südsee davongesegelt war und erlebten einen ganz normalen Tag auf Katthult mit.

 

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Und zwischen den Vorstellungen dürfen die Kinder dort überall spielen. Dies ist tatsächlich etwas ganz Besonderes: In Astrid Lingrens Welt ist Spielen einfach überall erlaubt! Das ist wohl ganz in ihrem Sinne, denn für sie war es immer wichtig, dass Kinder spielen und somit Kind sein dürfen:

„Kinder sollten mehr spielen, als viele Kinder es heutzutage tun.
Denn wenn man genügend spielt, solange man klein ist, dann trägt man Schätze mit sich herum, aus denen man später sein ganzes Leben lang schöpfen kann. Dann weiß man, was es heißt, in sich eine warme, geheime Welt zu haben, die einem Kraft gibt, wenn das Leben schwer wird. Was auch geschieht, was man auch erlebt, man hat diese Welt in seinem Innern, an die man sich halten kann.“

So ließ auch ich es mir nicht nehmen, ein bisschen zu spielen und kletterte mit lauter kleinen Michels und Idas auf Karlssons Dach herum. 😉

 

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Astrid Lindgrens Geburtshaus

 

Im Anschluss an dieses kleine Abenteuer besuchten wir Astrid Lindgrens Näs, ihr Geburtshaus in Vimmerby. Neben ihrem Geburtshaus, durch das auch Führungen angeboten werden, findet man hier eine wirklich sehenswerte Ausstellung, die Astrid Lindgrens Leben in Smaland eindrucksvoll nacherzählt. Man erhält zahlreiche Informationen, aber nicht zu viele, und mit einem Mal gewinnen ihre Geschichten noch mehr an Bedeutung. Hachja, sie war wirklich eine besondere Autorin. Eine großartige Frau, von der ich mir noch viele weitere Geschichten wünschen würde.

 

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Außerdem befindet sich hier auf der aus Pippi Langstrumpfs Geschichten bekannte Limonadenbaum! 😉

 

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Eine Wanderung zum Katthult Hof

Den nächsten Tag wollten wir mit einer Wanderung beginnen: Wir wollten auf dem Emil-Leden von Mariannelund nach Lönneberga wandern und zwischendurch eine Pause auf dem Katthult-Hof einlegen. Leider konnten wir jedoch den Einstieg zum Emil-Leden nicht finden und ich hatte mich so sehr auf Katthult gefreut, dass ich nicht davon abzubringen war dorthin zu wandern. 😀 Also suchten wir einen anderen Wanderweg, der uns dann auf etwa 12km durch tiefsten Wald und über Stock und Stein nach Katthult führte. Zwischendurch nieselte es immer wieder und die typisch småländischen Wälder lagen gespenstisch ruhig vor uns. Es ging steil bergauf, dann wieder bergab, über schmale Holzpfade durch morastigen Untergrund, an Seen entlang und quer durchs Unterholz. Einfach unglaublich, diese schwedische Natur!

 

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Irgendwann nach ungefähr 3 Stunden kamen wir dann endlich auf dem Katthult Hof an. Oh Mann, was für ein verrücktes Gefühl! Wir schlenderten wirklich durch die Original Kulisse der Michel-Filme – es war einfach alles da: der Tischlerschuppen, die Trissebude, Alfreds Hütte, der Stall, die Vorratskammer und natürlich das Wohnhaus inklusive dem Fahnenmast, an dem Michel einst Klein Ida hochzog. Sogar das Gatter, auf dem Michel so gerne ein Nickerchen machte. Es war einfach eine wahre Wonne, das alles einmal live zu erleben. Und wie schon in Astrid Lindgrens Welt war Spielen hier überall erlaubt: So gab es Kinder (inklusive Judith :D) die auf Stelzen umher liefen oder sich gegenseitig in Holzschubkarren durch die Gegend schoben. Es wurde gespielt und gelacht, und für einige Zeit war die Welt einfach in Ordnung.

 

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Nachdem wir unsere Energiereserven wieder aufgefüllt und uns einige Zeit prächtig amüsiert hatten, traten wir den Rückweg an. Da wir allerdings schon recht müde waren, entschieden wir uns  dazu, zurück an der Straße entlang zu wandern, da das deutlich kürzer war.

Als wir gegen 19h wieder am Campingplatz eintrafen, waren wir ganz schön erschöpft, aber glücklich. 🙂

 

Mariannelunds Karamellkokeri

Zum krönenden Abschluss unseres Aufenthalts in Mariannelund besuchten wir noch das Highlight des Örtchens: Die Karamellkokeri. Hier gibt es allerdings noch weitaus mehr Leckereien als nur Karamell: Eigentlich ist für jeden Geschmack etwas dabei – von Weingummi über Pralinen bishin zu karamelisierten gebrannten Mandeln (was gäbe ich dafür, jetzt ein Tütchen davon neben mir liegen zu haben!!!). Es ist wirklich ein Süßigkeitenparadies und für alle Naschkatzen ein absolutes Muss. 🙂

 

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Von Mariannelund ging es dann weiter nach Stockholm, aber dazu gibt es später ein Extra hier auf dem Blog. Erstmal erzähl ich euch von unserer Zeit in Mariefred!

 

 

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