Petite Parisienne

Als ich 19 Jahre alt war, packte ich meine Koffer und zog nach Paris.
Richtig darüber nachgedacht, mit welchen Schwierigkeiten das verbunden sein könnte, habe ich eigentlich nie. Aber es hat auch alles geklappt und rückblickend kann ich sagen, dass die zwei Jahre, die ich dort gelebt habe, wohl die bisher besten meines Lebens waren.
Paris ist eine großartige Stadt, auch wenn man sie mit ganz anderen Augen sieht wenn man dort lebt, als wenn man als Tourist nur ein paar Tage dort verbringt.
Ernest Hemingway hat es ganz gut auf den Punkt gebracht, als er sagte: „Wenn du das Glück hast, als junger Mensch in Paris zu leben, dann trägst du die Stadt für den Rest deines Lebens in dir, wohin du auch gehen magst. Denn Paris ist ein Fest fürs Leben.“
Dem stimme ich in allen Punkten zu, und habe deshalb hier einige Tipps für euch, damit euer Trip nach Paris auch ein wahres Fest wird. ☺

Ganz bald gibt’s noch jede Menge Paris-Tipps nach Quartiers aufgeteilt!

 

Essen/Trinken

Vergleichsweise preiswert und gut essen kann man in den Galeries Lafayettes (Boulevard Hausmann) ganz oben, da ist ein recht großes SB-Restaurant. Da kann man übrigens auch kostenlos oben aufs Dach und die Aussicht genießen.

Essenstechnisch ist ansonsten die komplette rive gauche zu empfehlen, also alles was links (unterhalb) der Seine liegt; Das Quartier Latin / St Germain bilden das Pariser Studentenviertel und da gibts jede Menge nette Kneipen, Bars und Restaurants. Ist -verhältnismäßig- auf jeden Fall preiswert, aber für ein 0,3er Bier sollte man schon 5 Euro einplanen. Achtung: Eine Pizza Margherita gibt es ab 10€ aufwärts – Aber billiger findet man halt nichts. Dort ist es auch echt nett um abends etwas trinken zu gehen; In all den kleinen Gässchen findet man auf jeden Fall etwas schönes!

Ansonsten ist auch die Gegend rund um die Bastille ganz nett für abends, da in der Nähe habe ich auch gewohnt. 🙂

Falls ihr Lust auf französische Alltagsküche habt (so wie in Deutschland „gut bürgerlich“) geht am besten in eine Brasserie. Davon gibt’s unendlich viele, eine die ich besonders mag ist das „Rouge Limé“. Es befindet sich direkt an der Métrostation „Charonne“ (Linie 9), Ecke rue de Charonne/Boulevard Voltaire.

Vergleichsweise günstiges Bier findet ihr bei Grands Boulevards (Métro 8 und 9) da sind einige Irish Pubs wo ein halber Liter (une pinte) 5€ kostet.

Falls ihr auf Kakao mit vieeeeeel Sahne steht kann ich euch das „Café du Trocadéro“ empfehlen. Das liegt direkt am Eiffelturm; wenn ihr an Trocadéro aussteigt (Métro 6 und 9) liegt das auf der rechten Seite gegenüber vom Eiffelturm wenn man Richtung Arc de Triomphe guckt. Ist allerdings teuer; 6€ glaub ich. Aber die Sahne ist herrlich und oben drauf gibt’s sogar noch bunte Streusel!

Zum Thema Frühstück kann ich leider nicht so viel sagen, aber normalerweise gibt es das in den meisten Cafés. Ich war einmal bei „Oh mon Cake“ frühstücken (154, rue Saint Honoré) das war ziemlich gut. Ist ein kleiner süßer Cupcake-Laden und die zaubern wirklich ein tolles Frühstück.

Eine ganz coole Bar (ein bisschen alternativ) ist auch das Réservoir (16, rue de la forge royale). Es verbirgt sich hinter einer winzigen und nicht gerade einladend wirkenden Tür aber es lohnt sich, hineinzugehen und ein Bierchen zu trinken! Häufig sind hier auch ganz nette Konzerte. Und: Absolut touristenfreie Zone 😉

 

Métro

Was die Métrokarten betrifft: Soweit ich weiß gibt es ein Tagesticket für Leute unter 26, da erkundigt ihr euch aber am besten mal an einem Schalter, an fast jeder Station sitzt da jemand rum der euch sicher besser helfen kann als ich. Ansonsten würde ich einfach ein „Carnet de 10“ nehmen, kostet 13€ und da sind 10 Fahrten enthalten.

Stationen, die sich gut als Ausgangspunkte eignen:

  • Saint Sulpice (in meinem Lieblingsviertel)
  • Odéon (ebenfalls)
  • Etoile (Arc de Triomphe / Champs Elysées)
  • Concorde (Champs Elysées, Tuileries)
  • Abbesses (Montmartre)
  • Anvers (Montmartre)
  • Blanche (Moulin Rouge, Montmartre)
  • Chaussée d’Antin (Galeries Lafayette, Printemps)
  • Père Lachaise (=Prominentenfriedhof)
  • Louvre-Rivoli (Shopping & Louvre)
  • Bastille (Place de la Bastille, Place des Vosges)
  • Saint Paul (Marais-Viertel, Place des Vosges)

 

Shopping

Falls ihr auch shoppen wollt: in La Défense, dem „modernen“ Paris, (Linie 1) ist ein riesiges Einkaufszentrum; allerdings sieht man dann natürlich nichts von Paris. Oder auch in der rue de rivoli, das ist in der Nähe vom Louvre (in den ihr mit <26 übrigens auch umsonst reinkommt!), oder bei Châtelet-les-Halles [auch ein Einkaufszentrum]. Und natürlich die Champs-Elysées!

Auf den Champs und in La Défense haben die Geschäfte übrigens auch sonntags geöffnet und zumindest auf den Champs auch werktags bis 22Uhr.

Ich persönlich habe immer die Rue de Rivoli oder die Rue du Commerce unweit des Eiffelturms bevorzugt.

Wenn ihr Lust auf einen standesgemäßen französischen Markt habt, dann fahrt samstags morgens (vor 13h) mit der 2 zu Alexandre Dumas (meine Métrostation, hihi) und schlendert den Boulevard de Charonne entlang. Dort gibt es jede Menge netter Marktstände, die größtenteils köstliche Leckereien anbieten.

 

Plätze & Parks

Unbedingt sehenswert ist der Jardin du Luxembourg. Für mich ist das der absolut schönste Park von Paris.

Ein Besuch in den Tuileries (direkt am Louvre) darf aber natürlich auch nicht fehlen und der Jardin des Plantes ist auch sehr schön.

Der Place des Vosges ist ebenfalls wunderschön und auch sehr berühmt, denn da hat mal Victor Hugo gewohnt. Vom Place des Vosges aus kann man hervorragend das Marais erkunden. Das ist das Viertel rund ums Hôtel de ville – das älteste Quartier von Paris und gleichzeitig das jüdische Viertel. Seeehr schön & gemütlich.

Die Place de la République wurde erst kürzlich komplett saniert und erstrahlt nun auch in neuem Glanz – Ist wirklich schön geworden!

 

Aussicht genießen

Wie eingangs erwähnt, kann man vom Dach der Galeries Lafayettes aus einen wunderbaren Blick über den größten Teil der Stadt gratis genießen.

Den Blick vom Arc de Triomphe fand ich auch immer super, vor allem bei Dunkelheit. Ist allerdings mit einigen engen Wendeltreppen verbunden. 😉

Bei Touristen recht unbekannt, aber trotzdem sehr sehenswert (allein schon aus architektonischen Gründen) ist das Institut du Monde Arabe (IMA), direkt an der Seine, nahe Notre Dame. Auch hier kann man mit dem Aufzug kostenlos in die oberste Etage fahren und sich an einem herrlichen Ausblick erfreuen.

Den wie ich finde schönsten Blick hat man von Notre Dame aus. Da ist jedoch häufig eine recht lange Schlange. Hier kommt ihr als unter 26-Jährige EU-Bürger auch gratis rein!

Was ihr auf jeden Fall machen solltet (vor allem bei gutem Wetter!!) Ist ein Besuch am Montmartre, denn von dort aus hat man natürlich auch eine hervorragende Aussicht.  Hier kann man bei gutem Wetter auch gut und gerne mal eine Weile auf den Treppen vor Sacré Coeur verweilen und dem Ballkünstler zusehen.

 

Sicherheit

Es mag albern klingen, aber bitte nehmt euch diese Hinweise wirklich zu Herzen. Ich bin oft genug Zeugin von Taschendiebstählen etc. geworden und möchte nicht, dass ihr mir nach eurem Trip auch so eine Story zu berichten habt. 😉

Paris ist eine Großstadt und insofern immer auch mit einem gewissen Maß an Vorsicht zu genießen.

Wenn ihr kleine, dunkelhaarige Mädels seht, die mit Klemmbrettern durch die Gegend laufen und Leute stumm dazu auffordern zu unterschreiben – guckt sie bloß nicht an! Ignoriert sie einfach und geht weiter. Sie geben vor, taubstumm zu sein und wollen für irgendeinen Quatsch die Unterschriften haben. Während man dann unterschreibt und abgelenkt ist rauben andere einen aus. Sie laufen überall herum, vor allem natürlich da, wo viele Touristen sind.

Am Fuße des Montmartre (wenn man von der Station Anvers aus hochgeht), stehen an den Treppen einige Männer mit bunten Bändchen in den Händen. Sie werden sicherlich auf euch zukommen und verlangen, dass ihr einen Finger in so ein Band steckt. Daraufhin knüpfen sie euch ungewollt ein Armband, das ihr dann entsprechend bezahlen müsst. Oder aber ihr werdet parallel dazu ausgeraubt. Auch in diesem Fall gilt also: Gar nicht erst hingucken. Einfach straight gerade aus gehen und nicht drauf einlassen.

Achja und das Portemonnaie bloß nicht hinten in der Hosentasche lagern 😉

Wenn ihr noch Fragen habt, meldet euch jederzeit gerne.

Und für noch mehr Tipps stelle ich euch bald in regelmäßigen Abständen ein neues Pariser Viertel vor.

One thought on “Petite Parisienne

  1. Hallo Anna,

    das klingt nach einem mutigen, spontanen Schritt! Du hast sicher viel erlebt und deine Entscheidung nie bereut. Ich war mehrmals als Jugendliche zum Schüleraustausch in Paris und ansonsten auf Kurzreisen. Leider sind meine Französischkenntnisse (30 Jahre später) eher rudimentär anzusiedeln. Ich verstehe die Sprache, nur mit dem Sprechen haperts.

    Ich liebe Städte. Vielen Dank für die Tipps.

    Lieben Gruß
    Renate

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