Olá Porto!

Es war an einem regnerischen Samstagnachmittag, als wir telefonierten und spontan Flüge nach Porto buchten. Schon zwei Wochen später fanden meine Freundin Andrea und ich uns am Flughafen wieder und warteten aufs Boarding. Knapp drei Stunden verbrachten wir in der Luft, bevor wir spät abends endlich bei unserer AirBnB-Gastgeberin mitten im Herzen von Porto eintrafen.

Mariluz kommt aus Venezuela und hat das Herz genau am rechten Fleck. Sie begrüßte uns sehr herzlich und quasselte uns in allerfeinstem Highspeed-Spanisch zu – zum Glück war es kein Portugiesisch, denn dann hätten wir vermutlich noch weniger verstanden. Wir nickten eifrig und lächelten freundlich, freuten uns wenn wir zwischendurch einzelne Wörter verstanden und uns so zusammenreimen konnten, was sie uns sagen wollte. Im Schnelldurchlauf zeigte sie uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Portos auf dem Stadtplan und etwa eine Stunde später fielen wir hundemüde ins Bett.

Den ersten Tag in Porto begannen wir dann ganz entspannt gegen 11Uhr und spazierten einfach drauf los – Leider bei ziemlich grauem Regenwetter. Nach einem kurzen Zwischenstopp im Supermarkt, wo wir uns mit einer Mischung aus Brioche und Croissant und Trinkpäckchen zum Frühstück eindeckten, zog es uns weiter in Richtung Stadtzentrum und hinunter zum Fluss Douro.

Das erste Mal zückte ich meine Kamera, um einen kleinen Laden in der Rua de Miguel Bombarda zu fotografieren. Da stürmte plötzlich eine ältere Dame, die sich später als Inhaberin des Ladens herausstellte, hinaus und rief mir auf Portugiesisch irgendetwas entgegen, das ich nichtmal ansatzweise verstand. Irgendwann begriff ich, dass sie 10€ für das Foto verlangte, das ich gerade von ihrem Laden gemacht hatte. Glücklicherweise brach sie aber kurz darauf in Gelächter aus und signalisierte uns so, dass sie nur Spaß gemacht hatte. Aber für einen Moment waren wir wirklich sehr irritiert 😀

 

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Weiter ging es durch den Regen: Vorbei an der Praça de Carlos Alberto und ab durch enge kleine Gässchen, die von bunt gefliesten Häuschen (azulejos!) geziert werden. Immer wieder bot sich uns ein wunderbares Panorama auf die Stadt und trotz Regen erkannten wir schnell, was Porto für ein hübsches kleines Städtchen ist.

 

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In der ehemaligen Markthalle Mercado Ferreira Borges stellten wir uns eine Weile unter bevor es weiterging.

 

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Am Ufer des Douro angekommen spazierten wir am Cais da Liberia entlang und bestaunten die Brücke Ponte Luis I., die das Wahrzeichen der Stadt ist,  bis es uns vom Hunger getrieben in das Lokal „Pimms“ direkt am Palácio da Bolso (ehemalige Börse und Handelsgericht) verschlug.

 

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Hier gönnten wir uns einen kleinen Snack und Andrea probierte sogleich die portugiesische Spezialität „Francesinha“. Angelehnt an das französische Gericht „Croque Monsieur“ besteht auch eine Francesinha aus zwei Toastbrotscheiben. Das wars dann aber auch schon fast mit den Gemeinsamkeiten. 😉 Zwischen den beiden Toasts findet man dann Würstchen, Hackfleisch, Schinken und gelegentlich sogar Garnelen. Das Ganze wird dann mit einer anständigen Portion Käse überbacken und mit einer speziellen Soße gekrönt.

Ich begnügte mich währenddessen mit einem Lachssandwich 😀

Beides war aber sehr lecker und die Kellnerin war wirklich sehr freundlich, offen und hilfsbereit! 🙂

 

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Im Anschluss an die kleine Mittagspause spazierten wir weiter durch den Regen und machten uns auf den Weg ins Viertel Sé um die gleichnamige Kathedrale zu begutachten. Santa Sé ist die wohl berühmteste Kathedrale der Stadt, aber ehrlich gesagt empfanden wir sie gar nicht mal als sooo beeindruckend wie im Reiseführer beschrieben. Das mag allerdings auch an den Restaurierungsarbeiten gelegen haben, wegen denen ein großes Gerüst die Sicht auf den großen Altar etwas einschränkte.

 

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Einige Treppen und Gassen später gelangten wir auf die Rua de Mouzinho da Silveira. Gerade als wir uns in einem Souvenirshop aufhielten und Andrea Postkarten kaufte, klarte draußen derartig der Himmel auf, dass wir vollkommen baff waren, als wir wieder auf die Straße traten. Strahlend blauer Himmel lachte uns entgegen und die Sonne schien in unsere Gesichter. Darauf gönnten wir uns erstmal einen leckeren Oreo-Cupcake bei Cremosi bevor uns unsere Beine weiter kreuz und quer durch die Stadt trugen.

 

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Unweit des Torre dos Clérigos besichtigten wir die Buchhandlung Lello (Livraria Lello e Irmao), die nicht zuletzt auch dadurch Bekanntheit erlangte, dass Joanne K. Rowling hier eine Zeit lang ein und ausging. Man munkelt, dass sie hier zu ihren Harry Potter Geschichten inspiriert wurde. Und wenn man sich in der Buchhandlung so umsieht, dann wundert mich das eigentlich auch nicht:

 

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Anschließend spazierten wir weiter in Richtung Kristallpalast, der von einer sehr schönen Parkanlage umgeben ist (Inzwischen wurde der Kristallpalast durch einen halbkugelförmigen Pavillon ersetzt). In diesem Park erwarten uns neben Möwen, Tauben und Enten auch noch Pfaue! Es war eine wirkliche Freude, die Tiere eine Weile lang zu beobachten, vor allem als plötzlich auch noch ein kleines weißes Kaninchen auftauchte und einen Pfau gehörig ärgerte, indem es immer wieder im Kreis um den Vogel herumlief.

 

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Von hier oben aus kann man übrigens auch eine hervorragende Aussicht auf die Brücke Ponto da Arrabida genießen!

 

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Gerade als wir den Park in Richtung zu Hause verlassen wollten, sprach uns noch eine freundliche ältere Dame an. Sie erzählte uns allerlei Wissenswertes über Porto und Lissabon, über das aktuelle Weltgeschehen, die Flüchtlingskrise und Merkels Politik, bevor wir am Abend wieder hundemüde aber glücklich und zufrieden ins Bett fielen.

 

Am nächsten Tag spazierten wir voller Energie schon um 10Uhr los – was für meine Langschläfer-Verhältnisse tatsächlich extrem früh ist – und machten uns auf den Weg zum Strand. Für den Weg vom Stadtzentrum zur Praia sollte man gute anderthalb Stunden einplanen.

Zwischen Douro und Straße flanierten wir immer weiter dem Meer entgegen.

 

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Am Strand angekommen, genossen wir die frische Meeresluft und das Gefühl vom immer näher rückenden Sommer auf der Terrasse einer kleinen Strandbar. Zugegeben, es war recht windig, aber trotzdem noch angenehm warm! So legten wir uns direkt einen schicken Sonnenbrand im Gesicht zu. 😉

 

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Leider konnte man hier am Strand einmal mehr erkennen, wie wir Menschen die Welt immer mehr verschmutzen. Plastik und sonstiger Abfall lagen überall verteilt und warteten noch darauf, pünktlich zu Beginn der Hauptsaison entsorgt zu werden. Ein trauriges Bild, wie ich finde.

 

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Da wir in Gönner-Stimmung waren, kehrten wir gleich noch ein zweites Mal in einer Strandbar ein, bevor wir unseren insgesamt fast vierstündigen Strandspaziergang fortsetzten.

 

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Für den Rückweg wollten wir auf den öffentlichen Nahverkehr zurückgreifen und stiegen in die Buslinie 500. Diese ist vor allem für Touristen sehr praktisch da sie die wichtigsten Hotspots der Stadt nacheinander abklappert. Teure Tickets für Touribusse kann man sich in Porto meiner Meinung nach wirklich sparen. 🙂

An der Praca da Liberdade stiegen wir wieder aus und steuerten DAS Highlight der Stadt an: Die Ponte Luiz I. Die Brücke ist wie schon erwähnt das Wahrzeichen der Stadt und erinnert von der Bauweise ein bisschen an den Eiffelturm. Aber nicht Gustave Eiffel selbst hat die Brücke erbaut, sondern einer seiner Schüler.

 

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Sowohl rechts als auch links der Brücke bietet sich ein umwerfendes Panorama auf die Stadt. Ich weiß nicht genau, wie lange wir brauchten, um die Brücke einmal zu überqueren, aber man schafft das sicherlich auch schneller als wir, haha. Immer wieder hielten wir an, um die wahnsinnige Aussicht mit der Kamera einzufangen. Zum Glück spielte das Wetter auch mit und tauchte Porto in wunderbares Sonnenlicht.

 

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Auf der anderen Seite, in Gaia, angekommen, machten wir uns zunächst an den steilen Abstieg und in Richtung Flussufer.

Hier wird übrigens der ganze Portwein gelagert und zahlreiche Weingüter bieten Weinproben an! 😉

Wieder zurück auf der anderen Seite des Flusses ließen wir den Abend bei einem leckeren Eis und den sanften Klängen der Gitarre eines Straßenmusikers ausklingen.

 

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Am nächsten Tag war das Wetter so wechselhaft, dass man den Tag kaum richtig planen konnte. Aber das macht ja auch nichts, der Weg ist schließlich das Ziel! 😉 So machten wir uns auf den Weg zur Rua de Santa Catarina, da wir diese dank Reiseführer und Internet als Shoppingmeile identifiziert hatten.

Zunächst kehrten wir hier im Café Majestic ein, einem der berühmtesten Cafés von Porto. Zurecht, wie wir finden. Das Intérieur erinnert an die Pariser Belle Epoque und ist mit Kronleuchtern, Ledersofas, Marmorsäulen und verschnörkelten Spiegeln wirklich ein Hingucker.

Wir gönnten uns Käsekuchen und Kakao (überhaupt gönnten wir uns ziemlich viel und ziemlich oft :-D) und saßen eine Weile so da, während es draußen wieder anfing zu regnen. So ein Kakao mit Sahne hat in einem solchen Café aber auch einen stattlichen Preis: 5,50€ für ca. 0,1l ist dann doch recht happig, aber nunja.

 

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Nach ein bisschen Bummeln flüchteten wir vor dem Regen ins Einkaufszentrum Via Catarina und machten uns dann auf den Weg wieder ein bisschen stadtabwärts.

 

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In der Halle des Bahnhofs Sao Bento, legten wir einen kurzen Stopp ein und staunten nicht schlecht über die vielen jungen Menschen, die auf ihre eigene Art einen auf uns etwas seltsamen Tanz hinlegten. Das Ganze sah nach einer Mischung aus Yoga und Drogentrip aus und wir konnten leider nicht in Erfahrung bringen, was es damit auf sich hatte, dass die Mädels und Jungs sich teilweise sogar auf dem Boden und an den Wänden entlang wälzten.

 

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Vom Bahnhof Sao Bento aus bietet es sich an, die Rua das Flores entlangzuspazieren. Diese zählt zu den prächtigsten Straßen von Porto und ist wirklich sehr hübsch. Hier reiht sich aus historischen Gründen ein Goldschmied an den nächsten, aber auch die Gastronomie kommt hier nicht zu kurz. So amüsierten wir uns prächtig über ein Café, das Choco-Kebap anbot, wo wir doch vor kurzem noch ein Video darüber in den sozialen Medien gesehen hatten und uns gefragt hatten, wo man so etwas wohl findet… 🙂

 

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Gegen 18Uhr beschlossen wir, den Heimweg anzutreten, da wir am Abend endlich mal die Bars von Porto erkunden wollten und uns vorher noch ein bisschen ausruhen wollten. Da hatten wir jedoch die Rechnung ohne unsere Gastgeberin Mariluz gemacht. Sie und ihr süßer Hund Bobby freuten sich sehr, uns zu sehen und nahmen uns wie jeden Tag sehr herzlich in Empfang, als wir zur Tür reinkamen. So wurden wir direkt an den Esstisch verfrachtet und erstmal kulinarisch versorgt. Wir verständigten uns mit Händen und Füßen, in einem Mischmasch aus Spanisch, Französisch und Englisch und hatten jede Menge Spaß. Zur Krönung holte Mariluz irgendwann eine Flasche Champagner hervor und gemeinsam mit ihrer jüngsten Tochter tranken wir die Flasche gleich leer. Währenddessen machte sich Mariluz über unsere Haare her, sodass wir am Ende alle mit herrlich geflochtenen Zöpfen da saßen. Unsere Frisuren sahen allerdings ein bisschen abenteuerlich aus 😀 Aber wir hatten alle unseren Spaß und aßen auch noch gemeinsam ein Stück von Mariluz‘ Pai de Limone (köstlicher Zitronenkuchen aus Venezuela!), bevor wir uns dann drei Stunden später für den Abend fertig machten. War wohl nix mit vorher ausruhen… 😉

Laut Mariluz eignen sich die beiden Straßen unterhalb der Buchhandlung Lello besonders zum Ausgehen (Rua da Galeria de Paris und Rua da Cândido dos Reis)  Und da hat sie vollkommen recht: Hier reiht sich wirklich eine nette Bar an die nächste und wir konnten uns kaum entscheiden, wo wir unseren ersten Portwein genießen wollten.

Am Abreisetag frühstückten wir, entgegen unseres allmorgendlichen Brioche-und-Trinkpäckchen-Rituals, im Café Célia direkt in der Rua de Miguel Bombarda, die mitten in Portos Künstlerviertel liegt und in der sich auch unsere Unterkunft befand.

Wir schmausten noch in Ruhe und machten uns dann auf den Weg zum Flughafen.

Porto ist wirklich eine hübsche kleine Stadt und unbedingt einen Kurztrip wert! 🙂

 

Das passende Video zu diesem Artikel findest du hier:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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