Into the wild – Wildcamping in Schweden & der Welt

Diesen Sommer habe ich meine allererste Wildcamping-Erfahrung gemacht: Dank des in Schweden geltenden Jedermannsrechts habe ich eine der coolsten Reisen meines bisherigen Lebens verbracht. Es ist einfach etwas anderes, wenn man morgens irgendwo in der Pampa aufwacht, mit einem See direkt vor der Nase und keiner Menschenseele rundherum, als auf einem überlaufenen Campingplatz. Vor wenigen Wochen habe ich euch bereits von unserem kleinen Wildcamping-Abenteuer berichtet und ich möchte dieses Erlebnis um nichts in der Welt missen.

 

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Wie kann man einen lauen Sommerabend schöner ausklingen lassen, als mit der besten Freundin am selbst entfachten Lagerfeuer zu sitzen, gemeinsam die Stille zu genießen, und der Sonnen langsam beim Untergehen zuzusehen? Wohl wissend, dass man am nächsten Morgen in einem wahrhaftigen Paradies erwachen und noch vor dem Frühstück in den traumhaft klaren See hüpfen würde. Ich kann mir kaum etwas besseres vorstellen.

Zum Glück ist all das nicht nur in Schweden erlaubt, sondern neben einigen weiteren skandinavischen Ländern ist das Wildcamping auch noch in anderen Regionen dieser Welt erlaubt. Ich habe ein paar Reiseblogger nach ihren Wildcamping-Erfahrungen gefragt und fünf haben sich die Zeit genommen, uns daran teilhaben zu lassen.

 


 

Zelten in Schwedens Schären

Unter freiem Himmel zu schlafen ist für viele Reisende und Wanderer ein langersehnter Traum. In unserer Wahlheimat Schweden ist das leider selten so möglich, entweder ist es zu feucht oder man wird von Mückenschwärmen in die Flucht geschlagen. Bleibt also nur die Übernachtung im Zelt. Fürs Zelten wiederum ist Schweden das optimale Reiseziel. Dank des Jedermannsrechtes kann man, unter bestimmten Bedinungen, sein Zelt fast überall für eine Nacht aufschlagen.
Wild zelten ist für uns vor allem eine Möglichkeit der Natur nahe zu sein und in Gegenden zu kommen, die wir sonst so nicht erleben könnten. Es ist auch das Gefühl, sich mit relativ wenigen Mitteln durch die Natur bewegen zu können, unabhängig von eventueller menschlicher Infrastruktur. Zudem ist eine sehr billige Art zu reisen und zu übernachten, vor allem wenn man wild zeltet.
Am liebsten zelten wir in den Schären, wo es Tausende von kleinen Inseln gibt, auf denen man sein mobiles Zuhause aufschlagen kann. Wer kein eigens Boot zur Hand hat, kann sich leicht eines mieten oder aber sein Zelt aber auch an einem anderen schönen Ort aufstellen. Wie wäre es mit einem Zeltplatz an einem idyllischen See im schönen Sörmland oder am Meer auf Gotland?

 

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Und plant man eine Tour in die schwedische Wildnis, ins schwedischen Fjäll, sollte man auf jeden Fall sein Zelt einpacken. Dort kann man buchstäblich überall zelten und die Natur so richtig genießen.

 

Wir sind eine vierköpfige deutsche Auswandererfamilie und wohnen schon seit vielen Jahren in unserer Wahlheimat Schweden. Gerne reisen wir zusammen mit unseren Kindern durch die Welt, wobei gerade Naturerlebnisse für uns immer ganz oben stehen. Am liebsten kombieren wir Roadtrips in unserem Camper mit längeren Wandertouren oder Tageswanderungen, fühlen uns ab und zu auch im Großstadtdschungel recht wohl. Auf unserem Blog www.4aufeinenstreich.se berichten wir regelmäßig über unsere Reisen.

 


Kanu-Abenteuer in Schweden als Teamer einer Jugendgruppe

Für zwei Wochen war ich mit einer 21-Köpfigen Jugendgruppe im Alter von 15 bis 17 Jahren als Teamer einer Kanutour in Schweden unterwegs. Ich habe schon öfters Sport-Jugendreisen geteamt. Wenn man Spaß an Jugendarbeit hat, ist es eine tolle Möglichkeit zu Reisen, ohne sich Gedanken um die Finanzierung machen zu müssen.
Die Reise startete bei einem Kanuverleiher in Bengtsfors und ging über die Seen Stora Le und Leläng in der Provinz Västra Götalands län nach Ed.

 

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Bei durchgängig herrlichem Wetter sind wir täglich eine Etappe zwischen drei und zehn Kilometern mit dem Kanu gepaddelt. Jeden Abend mussten wir aufs Neue eine Übernachtungsmöglichkeit suchen. Mit einer Gruppe von mehr als vier Personen darf man in dieser Region über das Jedermannsrecht nur auf dafür vorgesehenen Stellen wildcampen. Außerdem benötigt man im Nationalpark eine Naturecard und ggf. eine Lizenz zum Angeln. Die Übernachtungsplätze sind auf den Karten mit einem roten Zeltsymbol markiert. Jeder dieser Plätze verfügt über eine Schutzhütte, eine Feuerstelle und ein Plumpsklo. Auf manchen, „luxuriöseren“ Inseln liegt sogar Feuerholz bereit. Mit etwas Glück gibt es auch Tonnen, in denen man seinen Müll entsorgen kann. Diese werden von Rangern regelmäßig geleert. Da im Juli viele größere Gruppen auf dem See unterwegs sind, braucht man manchmal etwas Glück, um noch „freie“ Plätze zu finden. Es ist schon mal vorgekommen, dass Inseln von Anderen belegt waren. Dann mussten wir weiterpaddeln. Es hat sich bewährt, früh aufzustehen, um dann auch früh eine passende Stelle suchen zu können. Insgesamt hat die Tour sehr gut funktioniert. Wir hatten nie Probleme mit anderen Campern und immer einen Platz für die Nacht gefunden. (Berichtet von Moppedhiker Moe)

 

Wildcampen ist auch ein Thema der Moppedhiker. Bei ihnen geht es aber nicht um Jugendreisen, sondern um ihre Abenteuerreisen, auf denen sie Wandern und Motorradfahren kombinieren. Zuletzt waren sie vier Wochen mit dem Motorrad in neun verschiedenen Ländern im Osten Europas unterwegs, wobei sie meistens wildgecampt haben.

 


4 Monate Schweden – Wildcamping pur

Letztes Jahr war ich satte 4 Monate in Schweden unterwegs und habe mir das Land von „unten bis oben“ angesehen. Auf dieser Tour stand ich zu 99 Prozent frei und kann mit bestem Gewissen sagen: Schweden ist perfekt zum Wildcamping geeignet und zudem auch super für alle Campinganfänger!
Das Land ist riesig, die Einwohnerzahl relativ gering, es gibt unzählige Seen und freie Flächen auf denen man sehr gut stehen und übernachten kann.
Mein ganz spezieller Tipp ist das Gebiet um den Göta Kanal.
In dieser Region gibt es unheimlich viel zu sehen und dank der vielen Schleusen findet sich auch immer ein netter Übernachtungsplatz.
Wenn ihr Trinkwasser benötigt, könnt ihr dieses entweder an Tankstellen oder auch an den Schleusen des Kanals bekommen. Da in Schweden eigentlich jeder ein bisschen Englisch spricht und die Schweden von Natur aus sehr hilfsbereit und gelassen sind, wird einem immer weiter geholfen – man muss nur fragen!
Dies macht Schweden schon in gewisser Weise besonders. Wer durch Schweden reist, wird ganz schnell feststellen, dass dort ALLES sauber und ordentlich ist. Es gibt an jeder Ecke kleine Picknickplätze, häufig sogar mit Feuerstelle und auch geschlagenes Holz liegt meist bereit.
Es werden keine Bänke mit Brandlöchern markiert, es gibt kaum Graffitis oder zerstörte Tische, Bänke oder Toilettenhäuser, an den Seen hängen Rettungsringe einfach so an Masten, ohne dass sie jemand wegnimmt oder zerstört und auch der Müll wird nicht einfach irgendwo hingeschmissen.
Wer dies respektiert, die angefahrenen Plätze sauber hinterlässt, den Toilettenkanister oder das Grauwasser nicht einfach irgendwo in den Wald kippt und von sich aus offen auf die Leute zu geht, wird eine traumhafte Zeit in Schweden haben.

Es lohnt sich, dieses Land zu bereisen, ich war in den vergangenen Jahren soooo viel unterwegs, aber bisher war die Zeit in Schweden die beste die ich hatte!

 

Isa vom Reise- und Campingblog IsasWomo startet immer wieder zu kürzeren und längeren Touren quer durch Europa durch. So erfüllt sie sich ihren Traum vom Touren mit dem Wohnmobil und lässt gleichzeitig die Seele baumeln.

 


Wandern & Wildzelten in Schottlands Highlands

Schottland ist rau und kantig, immer ein bisschen zu kühl und windig. Schottland ist aber auch weich und warm – wenn die Sonne sich blicken lässt, grün, grüner, am grünsten und wahrhaftig charmant, wenn es um Zwischenmenschliches, Architektur und muckelige Pubs geht. Im letzten Spätsommer reisten wir mit dem Auto von Hamburg nach Glasgow, um erst die stolzen 154 Kilometer des West Highland Ways zu bezwingen und danach weiter mit dem Auto durch unser gelobtes Land zu fahren. Immer mit dabei: Unser zuverlässiges Zelt, knuddelige Schlafsäcke, den Gaskocher, Bücher und einen Flachmann voll Whisky.

 

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In Schottland ist es nämlich so ganz und gar keine Schwierigkeit wild zu campen. Lediglich private Grundstücke und Häuser sollten gemieden und der Müll (selbstverständlich) mitgenommen werden. Wir schliefen also vier Wochen lang an Flüssen, in den Bergen und Tälern der Highlands, an rauen Küsten und sogar am Stadtrand von Edinburgh. Probleme? Gab es keine, außer den fiesen, miesen Midges; kleine Mücken, die in der Dunkelheit in Scharen aus dem Gras aufsteigen und nur ein Ziel haben: dein Blut. Feuer, Wind und das Wundermittel Smidge haben aber auch diese kleinen Biester im Zaum gehalten.

 

Hi, ich bin Maria Anna vom Reiseblog „Maria meets Anna“, auf dem Reise- und Kopfgeschichten sich die Hand geben. Ich liebe es draußen, mit Büchern oder in Schottland zu sein – gut, dass ich als freie Autorin und Fotografin meine Miete, Wein und klebrigen Torten verdiene und so (fast) immer on the road sein kann.

 


 

Kanutour in Kanada & Wilde Tiere in Norwegen

Wild zu campen ist eine der schönsten Arten zu übernachten. Mein schönstes Erlebnis hatte ich auf einer Kanutour im Norden Kanadas, bei der ich jede Nacht mehr als 400 km entfernt von der nächsten Ortschaft entfernt gezeltet habe.

 

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Doch wer wild zelten will, muss nicht so weit weg. Auch Skandinavien eignet sich hervorragend dafür – zumal es hier fast überall erlaubt ist. Sehr empfehlen kann ich den Dovrefjell Nationalpark in Norwegen. Wer wild zelten möchte, findet dort ein wahres Paradies. Ich hatte auf meiner Tour dort das Glück, fast jeden Tag wilde Moschusochsen zu sehen, konnte eine Rentierherde beobachten und mich in den klaren Seen und Bächen direkt vor meinem Zelt waschen.

 

Ob Nordpol, Himalaya oder der Zoo um die Ecke. Immer wenn Thomas vom Blog breitengrad66 unterwegs sein und Neues entdecken kann, ist er am glücklichsten. Ob Städtereisen, Roadtrips, Wander-Abenteuer oder noch viel mehr – seit 2010 berichtet er in seinem Blog, der zu den ältesten deutschsprachigen Reiseblogs zählt.

 


 

Ihr lieben Reiseblogger, ich danke euch für die Zeit, die ihr euch genommen habt und die wie ich finde tollen Texte, die dabei herausgekommen sind! Einige der von euch genannten Reiseziele sind nun noch etwas höher auf meiner Bucketlist gerutscht. 🙂

Also wer jetzt noch nicht vom Wildcamping überzeugt ist … 😉

3 thoughts on “Into the wild – Wildcamping in Schweden & der Welt

  1. Oh! In Schottland ist wild campen erlaubt? Das ist ja großartig! Wir waren dieses Jahr in Schweden und haben da auch einige Nächte mit unserem kleinen Wohnwagen frei in der Natur gestanden. War überhaupt kein Problem. Und es ist einfach herrlich!

    Herzliche Grüße von
    Kerstin

  2. Hallo aus dem Harz. Ein geiler Bericht. ich vermisse das Wildcampen hier bei uns im Harz, zumindest an den typischen Fernwanderwegen wie Hexenstieg oder Karstwanderweg. Überall verboten, „oben“ im Nationalpark Harz sowieso. Habe schon oft gedacht, das man hier einige „offizielle“ Wildcampingplätze einrichten sollte. Würde dem Tourismus sicher gut tun. Und wer will auf einer mehrtägtigen Wandertour schon abends ins Hotel? Schweden jedenfalls wird mein nächstes Ziel. Die Berichte machen echt Lust! Danke euch!

  3. Ein schöner Artikel, mit so vielen tollen Eindrücken. Moschusochsen habe ich bisher nur in Grönland gesehen, beim Wildcampen in Norwegen wäre das auch toll. Sowieso habe ich Natururlaube durch meinen Kanadatrip und die Tour durch Grönland richtig lieben gelernt. Campen in der freien Natur steht eh noch auf meiner Bucketlist und jetzt, nachdem ich die vielen kleinen Berichte gelesen habe, spüre ich schon richtig Abenteuerlust. Danke für’s Anstecken:)

    Liebe Grüße
    Nicole vom Reiseblog CicoBerlin

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