In the streets of London – Ein paar Insidertipps

Es ist wieder soweit: Wie schon bei Wien habe ich wieder eine liebe Freundin von mir interviewt – diesmal gehts nach London! Laura hat schon etliche Trips nach London gemacht und auch einige Monate aufgrund eines Praktikums dort gelebt. Wie schön, wenn man Freunde hat, die überall in der Welt verteilt sind! 😀

 

Was macht für dich das „echte“ London aus?

Für mich ist das echte Londoner Leben die Pub Atmosphere ab ca. 17 Uhr. Ob fancy Banker, Studenten oder Angestellte, gefühlt jeder Londoner geht nach Feierabend erst einmal in den Pub. Hier mischen sich wirklich alle sozialen Klassen und es ist nicht selten, dass man vermeintlich seriöse Geschäftsleute um 23 Uhr (zur Sperrstunde, wenn die meisten Pubs zumachen) mitten in der Woche zum Taxi torkeln sieht. Die Engländer sind dann halt doch seeehr trinkfreudig, aber es ist unglaublich nett, sich abends in einen der urigen Pubs zu setzen und bei einem Cider die Leute zu beobachten.

 

Was magst du an dieser Stadt am meisten? Was macht diese Stadt zu deiner Lieblingsstadt und welche Situationen oder Orte zaubern dir immer wieder ein Lächeln aufs Gesicht, wenn du dort bist?

London ist eine unglaublich vielseitige und offene Stadt. Hier findet man wirklich alles! Das zeichnet sich nicht nur durch die unglaublich vielen Kulturen aus, sondern auch durch die krassen Gegensätze zwischen sehr vornehmen Vierteln und daneben urigen Kneipen. Einerseits gibt es natürlich die typisch britische Förmlichkeit, aber auch eine große Hipster Kultur. Außerdem sind Briten einfach sehr sehr freundlich und authentisch. Ich finde, es gibt viele europäische Städte, in denen der Stadtkern rein touristisch ist und das eigentliche Leben sich woanders abspielt. Das ist in London hingegen absolut nicht der Fall! Jedes Stadtviertel hat seinen eigenen Flair und man trifft überall waschechte Londoner. Außerdem ist gerade im Sommer die Anzahl an riesigen Parks in London einmalig. Es gibt so viele und auch so weitläufige Parks, dass man innerhalb kürzester Zeit dem hektischen London entkommen kann und auch so viel Platz hat, dass man nicht gedrängt aneinander sitzt. Auch die britische Architektur hat für mich einen besonderen Reiz. London ist allgemein (abgesehen von der „City“, dem Bankenviertel) von den Gebäuden her sehr flach. Es gibt wenige Hochhäuser und die meisten Gebäude haben nicht mehr als 3-4 Stockwerke. Dazu kommt, dass viele Wohnviertel super schöne gepflegte Häuser mit Vorgärten haben und auch dort der Verkehr insbesondere am Wochenende sehr ruhig ist. Beispielsweise Kentish Town ist keine 20 Minuten vom Stadtkern entfernt und doch fühlt es sich nicht so an, als wäre man gerade in einer Millionenstadt. Hier gibt es auch noch kleine Kanäle, sodass das ganze wirklich unglaublich idyllisch wirkt und eben trotzdem eigentlich noch eine Großstadt mit all ihren Vorteilen ist.

 

Welche Sehenswürdigkeiten sollte man deiner Meinung nach bei einem Kurztrip nach London auf jeden Fall mitnehmen? Was lohnt sich wirklich, was weniger?

Das kommt natürlich immer ganz darauf an, was man gerne mag und welche Seite von London man gerne sehen möchte. Hier ein paar Punkte, die ich auf etlichen Kurztripps und auch während meiner Zeit in London gemacht habe:

    • Tower Bridge, Tower of London, Big Ben, Westminster Abbey: Das sind einfach so bekannte Wahrzeichen, dass man definitiv nicht nach Hause fahren kann, ohne sie gesehen zu haben. Ich würde aber sagen, dass ein Spaziergang an der Themse und ein Blick auf alle reicht aus, man muss z.B. nicht unbedingt in den Tower gehen. Ist auch super interessant, aber dafür sollte man schon etwa 3 Stunden einplanen und wer diese Zeit nicht hat, hat auch schon etwas gewonnen, einfach nur das Gebäude von außen zu sehen. (Anmerkung von Anna: ich war damals auch in Westminster Abbey, da mussten wir zwar recht lange anstehen, aber zum Glück schien ausnahmsweise mal die Sonne und so verging die Zeit recht schnell. Und es hat sich definitiv gelohnt!) 

 

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    • The National Gallery: Wie die meisten Museen für junge Leute unter 25 ist der Eintritt kostenlos und bietet eine Ausstellung mit sehr berühmten Bildern. Ich bin keine Kunstliebhaberin, aber es lohnt sich durchaus morgens (am besten ausgestattet mit Croissant und Kaffee) eine kleine Runde durch die Ausstellungsräume zu drehen.
    • St. Paul’s Cathedral: Eine wirklich tolle und beeindruckende Kirche! Hier muss man auch nicht unbedingt Stunden drin verbringen, aber sie ist auch so ein Wahrzeichen von London, dass man sie schon einmal gesehen haben sollte. (Anmerkung von Anna: Auch der Ausblick von oben runter auf die Stadt ist ganz cool!)

 

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    • Im Sommer ist außerdem der Regents park (Queen Mary’s Garden) einer meiner absoluten Lieblingsorte! Hier befindet sich ein großer Rosengarten mit unglaublich vielen verschiedenen Rosensorten in allen Farben.
    • Camden Market: Am Wochenende kann es dort ziemlich touristisch werden, aber mir macht es trotzdem immer Spaß! Es gibt viele verschiedene Stände mit Schmuck, Krimskrams, Accessoires und vor allem auch eine unglaubliche Auswahl an Essen aus aller Welt. Im Innenhof gibt es im ersten Stock eine super Bar, wenn man eine kurze Pause braucht und den Menschenmengen entfliehen möchte.
    • Für Shakespeare-Fans ist natürlich auch das Globe Theatre ein absolutes Muss. Das Theater ist dem Original aus Shakespeares Zeit nachempfunden und hat daher eine ganz besondere Atmosphäre. Empfehlenswert ist es tatsächlich, sich für die Vorstellung ein Kissen zu mieten, da die Bänke doch recht unbequem sind und die Vorstellungen lange dauern. Einen Stehplatz würde ich nicht empfehlen, da man dann nicht überdacht ist und das Wetter in London ja bekanntlich auch schnell kippt.
    • Harrods: Letztendlich ist es auch nur ein Kaufhaus wie z.B das KaDeWe in Berlin oder die Galéries Lafayette in Paris, aber es ist schon beeindruckend und wenn man Zeit hat, sollte man schon mal vorbei gehen.
    •  Mein absolutes Lieblingsviertel zum Shoppen ist Covent Garden! Hier gibt es von größeren Ketten bis zu britischen Boutiques einfach alles und dazu noch viele kleine nette Cafes und Restaurants.
    • Und zu guter letzt kann man England natürlich nicht besuchen, ohne einmal richtig fancy einen afternoon tea zu schlürfen! Ich mag gerne das Wolseley in der Nähe von Green park, aber hier gibt es hunderte Optionen in allen Preisklassen (ohne Ende nach oben).

 

Wo kann man in London am besten shoppen?

Ich gehe wie gesagt sehr gerne in der Gegend um Covent Garden shoppen, da gibt es wirklich alles, was man sich an Geschäften wünschen könnte und es gibt vor allem auch viele nette Cafes und Restaurants für eine kleine Pause.

Von der Oxford Street hingegen kann ich wirklich nur abraten. Das ist die absolute Touri-Meile und es ist zu jedem Wochentag einfach nur brechend voll! Es gibt ein paar Seitenstraßen mit netten Boutiquen aber die Hauptstraße würde ich wirklich meiden. Wer so etwas mag, kann auch auf diversen Märkten gut fündig werden (z.B. Porobello Road, Camden Market, Brick Lane Market, etc.).

Wer ein sehr großes Budget hat oder einfach gerne Windowshopping macht, kann gut die Regents Street entlang schlendern. Hier haben alle Label, die Rang und Namen haben (oder haben wollen) ein Geschäft.

 

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Von wo aus kann man die beste Aussicht über die Stadt genießen?

Das ist definitiv der Shard (das spitze Gebäude südlich der Themse) und Heamstead Heath.

Im Shard gibt es eine Aussichtsplattform, die ich selbst leider noch nie besucht habe, aber sicherlich auch nett ist. Ich bevorzuge jedoch die Bar im 30. Stock und schlürfe dort gerne einen zugegeben nicht ganz billigen Cocktail, während ich bei Sonnenuntergang über die gesamte Stadt schaue. Hier ist der Dresscode allerdings „smart casual“ und mit Sneakers kommt man auch wirklich nicht rein. Solange man bei nur einem Cocktail bleibt, zahlt man wahrscheinlich nicht viel mehr als für die Aussichtsplattform und bekommt dazu noch einen wirklich guten Cocktail und ein nettes Ambiente mit großer Glasfassade.

Heamsted Heath ist ein Park nördlich von London. Der Park ist wirklich riesig und etwas höher gelegen, sodass man im Sommer sehr gut ein kleines Picknick mit Blick auf London machen kann.

 

In welcher Gegend kann man gut & günstig essen?

Mit dem „günstig“ ist das so eine Sache, denn allgemein muss man sich einfach bewusst sein, dass London teuer ist. Es gab immer mal wieder Hipster-Viertel, die mit günstigeren Preisen junge Leute lockten, aber diese wurden dann nach und nach so hipp, dass sie jetzt doch fast teurer sind als die etablierten Stadtteile. Wenn man also einen schönen Trip mit viel gutem Essen und einigen Drinks haben möchte, sollte man definitiv ein bisschen dafür sparen, um es wirklich zu genießen. Auch die günstigeren Restaurants sind (natürlich auch abhängig vom Wechselkurs) deutlich teurer als die normale Pizzeria in Deutschland. Dafür ist das Essen aber auch deutlich besser, ich würde also sagen es lohnt sich 😉

Welche sind deine drei liebsten Restaurants und Bars?

Restaurants:

1) Patara Fine Thai Cuisine – Das allerbeste Thai Restaurant, in dem ich je gegessen habe

2) Li Veli Winery & Bistro – Ein sehr gemütlicher und guter Italiener in Covent Garden

3) The Breakfast Club – Super gut zum Brunchen in Shoreditch

Bars:

1) Be At One Cocktail Bar – Eine sehr witzige Bar in Soho, insbesondere Sonntags „steppt dort der Bär“

2) Anchor Bank – Eine kleine Bar am „South Bank“, am südlichen Ufer der Themse

 

Wie bewegt man sich in London am besten fort und welches Ticket sollte man wählen?

Das Londoner Verkehrsnetz ist im Gegensatz zu den meisten anderen europäischen Hauptstädten ein Traum! Bei Ankunft kauft man sich eine Oystercard und läd an den Automaten Geld darauf. Danach kann man mit diesem Ticket alle Busse und Metros nehmen. Je nachdem welche Kreditkarte man hat, kann man sogar einfach diese benutzen und braucht sich gar keine Oystercard holen sondern durch „contactless payment“ wird das Geld pro Fahrt einfach automatisch von der Kreditkarte abgebucht. Die Metropreise variieren nach Tageszeit (zu Stoßzeiten deutlich teurer), während der Bus immer gleich viel kostet. Wenn man Zeit hat, macht es Spaß mit den Doppeldeckerbussen zu fahren, weil man einen besseren Überblick hat, wo man sich gerade befindet, aber es dauert eben auch deutlich länger. Für Tagestripps nach Camebridge, Oxford oder Brighton gibt es sehr günstige Gruppentickets.

 

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Wo kann man am besten feiern gehen ohne sich gleich als Touri zu outen?

Es gibt einige Clubs, die ich empfehlen kann. Das Koko in Camden ist ein ehemaliges Theater mit Rängen, roten Samtsitzen, einigen Terrassen und Bars und, soweit ich weiß, der größten Diskokugel Europas. Mit Studentenausweis ist der Eintritt bezahlbar und es gibt immer wieder coole Konzerte. Das Cargo in Shoreditch ist ebenfalls sehr nett, mit kleinem Innenhof im Sommer und teilweise recht guter Musik und gutem Flair. Hier lohnt es sich, früh hinzugehen, weil dann der Eintritt deutlich günstiger oder sogar frei ist. Allgemein geht man in London im Vergleich zu Deutschland sehr früh feiern, da die meisten Clubs gegen 3 Uhr zu machen. Wenn man das fancy London mitnehmen möchte und nicht vor Eintrittspreisen von über £20 zurück schreckt, kann man z.B. ins Mahiki oder Kensington Roof Garden.

 

Hast du noch mehr Tipps oder Anregungen für uns?

Tatsächlich ist es im Sommer nicht immer nur regnerisch, sondern teilweise auch richtig schön! Daher gibt es einige Aktivitäten, die man im Sommer nicht verpassen sollte:

1) Im Juni und Juli macht der London Zoo Freitags abends auf und bietet eine kleine Safari mit Drinks und Food an.

2) Von Juli bis Oktober zieht die Queen auf ihre Sommerresidenz und Buckingham Palace lädt Besucher ein, den Buckingham Palace von innen zu besichtigen –  Auf jeden Fall ein Muss für alle Royal Fans, aber auch so ganz spannend.

3) Das Open Air Theatre im Regents Park ist unbedingt einen Besuch wert!

 

Und noch ein bisschen was Kulturelles:

1) 39 steps  – eine super witzige Komödie basierend auf dem Krimi von John Buchan

2) Agatha Christie’s Mousetrap – auch eine sehr witzige Umsetzung im St Martin’s Theatre in Covent Garden

3) In der Royal Albert Hall gibt es oft sehr gute Konzerte und für Studenten gibt es teilweise recht erschwingliche Karten

4) St Martin in the field ist eine sehr schöne Kirche, in der oft sehr gute Konzerte gespielt werden(besonders empfehlenswert sind die Weihanchtskonzerte zur Adventszeit)

 

Liebe Laura, tausend Dank für die Zeit, die du dir für die Beantwortung meiner Fragen genommen hast! Ich hoffe doch, dass wir dem ein oder anderen bei der Vorbereitung des nächsten London-Trips ein wenig behilflich sein konnten 🙂

…oder, was meint ihr? 🙂 Lasst euer Feedback wie immer gerne in den Kommentaren da! 🙂

 

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