Australien #1 – Great Ocean Road & Grampians Nationalpark

Das ist sie also, unsere große Australienreise. Gut zweieinhalb Wochen der drei Monate sind schon vergangen und bisher jagte ein Highlight das nächste. Da wir möglichst viel Zeit an der Ostküste verbringen wollen, haben wir in den ersten beiden Wochen ein ganz schön hohes Reisetempo vorgelegt, um von Melbourne über die Great Ocean Road und durchs Outback zügig nach Cairns an die Küste zu gelangen. Nun sind wir bereits in Mission Beach an der Küste und da es den lieben langen Tag regnet, nutze ich die Zeit, um euch schonmal ein bisschen von der bisherigen Reise zu berichten. 🙂

 

Wie kommen wir von Melbourne nach Adelaide?

Auf der Suche nach der günstigsten Alternative um von Melbourne über die Great Ocean Road zunächst nach Adelaide zu kommen, erzählte uns die super freundliche und engagierte Catherine von Greyhound von einer von Bunyip durchgeführten 3-Tage-2-Nächte-Tour, die uns von Melbourne aus die Great Ocean Road entlang und durch den Grampians Nationalpark bis nach Adelaide bringen sollte. Inklusive Verpflegung und Unterkünften war das mit 420$ tatsächlich die mit Abstand günstigste Alternative für die Strecke Melbourne – Adelaide, und über die Grampians hatten wir bis dato noch gar nicht nachgedacht. Kurzerhand buchten wir also diese Tour und am nächsten Tag um 7:30h gings dann auch schon los!

 

Stürmische Zeiten an der Great Ocean Road 

Zusammen mit 14 anderen reiselustigen Menschen, von denen verrückterweise 12 deutschsprachig waren, und unserem Tourguide Cameron starteten wir die Tour in einem Kleinbus mit Anhänger im Herzen von Melbourne. Schnell brachte Cameron uns hinaus aus der Stadt und ab auf die bekannte Küstenstraße, natürlich nicht, ohne uns fleißig mit Informationen und Snacks zu versorgen. Den ersten Stopp legten wir nach etwa eineinhalb Stunden am offiziellen Beginn der Great Ocean Road ein, wo die ständige Mischung aus Regen und Sonne uns einen wunderschönen Regenbogen direkt am Strand bescherte.

Von hier aus machten wir zahlreiche Stopps an tollen Aussichtspunkten, von denen einer schöner als der andere war.
An einer Stelle spazierten wir ein bisschen durch einen kleinen Park, in dem es bunte Vögel und wilde Koalas zu bestaunen gab. Die Vögel waren ganz schön frech und scheuten sich nicht, sich einfach auf unseren Köpfen niederzulassen – was ein Spaß!

Für unser leibliches Wohl wurde natürlich auch gesorgt: Mittagessen gab’s an einem alten weißen Leuchtturm, aber dort regnete und stürmte es leider ziemlich heftig und die Würstchen mit Nudelsalat waren jetzt auch nicht unbedingt ein Gaumenschmaus.

Als wir am späten Nachmittag endlich bei den 12 Apostles Halt machen sollten – die ihren Namen übrigens nur aus tourismusmarketingtechnischen Gründen haben, es waren nämlich nie 12 Felsen, aber es musste ein fancy Name her um Touristen anzulocken – war das Wetter so schlecht, dass Cameron beschloss, erstmal weiter zum Hostel in Port Campbell zu fahren, einzuchecken und abzuwarten, ob das Wetter sich nochmal besserte. Nach einer knappen halben Stunde im Hostel brachen wir deshalb schon wieder auf und konnten etwa zwanzig Minuten ohne Regen an den Twelve Apostles genießen, bevor das Unwetter weiter ging. Schon verrückt, plötzlich genau dort zu stehen, von wo man schon so viele Fotos gesehen hat.

Anschließend ging’s zurück in unser gemütliches Hostel, wo wir nach einem absolut köstlichen von Cameron gekochten Abendessen hundemüde in unsere Betten im 10er Schlafsaal fielen.
Der nächste Tag begann dann auch wieder recht früh gegen 7.30h und nach einem flotten Frühstück ging es weiter auf der Great Ocean Road. Wir hielten unter anderem an der Martyr’s Bay, an der London Bridge und an einer Stelle, wo man Wale beobachten kann (die mir jedoch leider verborgen blieben).

Von der Great Ocean Road in die Grampians

Schließlich verließen wir die Great Ocean Road in Richtung Norden und und fuhren in den Grampians Nationalpark, wo unser erster Stop am Tower Hill war, einem ehemaligen Vulkan, der nun zahlreichen wild lebenden Emus, Koalas und Vögeln ein zu Hause bietet. Dort ist die Natur wirklich ganz sich selbst überlassen.

Wir wanderten etwa eine Stunde umher und fanden tatsächlich einen sehr günstig sitzenden Koala, der sich brav für uns und unsere Kameras in Pose schmiss. Für einen Koala war er ganz schön aktiv, kletterte auf und ab und aß fleißig von seinem Eukalyptusbaum.

Dort am Tower Hill aßen wir auch zu Mittag: Cameron hatte leckere Burger vorbereitet und so machten wir umgeben von frechen Emus gemütlich unsere Mittagspause.

Von dort aus fuhren wir weiter zum Brambuk Cultural Centre, wo wir wieder etwa eine Stunde wanderten – diesmal umgeben von wild lebenden Kängurus!! Auf einer großen Wiese tummelten sich etliche von ihnen und wir konnten sogar recht nah an sie heran. Ich tobte mich fleißig mit dem Teleobjektiv aus, bis es mal wieder anfing zu regnen und wir uns kurzzeitig unter einem großen Baum unterstellen mussten. Als wir weiter wanderten begegneten uns noch viele weitere große und kleine Kängurus im Unterholz, das war wirklich ein tolles Erlebnis und führte uns deutlich vor Augen, dass wir tatsächlich in Australien sind! 😀

Weiter ging es kurz vor Einbruch der Dunkelheit zum Aussichtspunkt “Reeds Lookout”, von wo aus man gefühlt den ganzen Grampians Nationalpark überblicken kann. Auch die einsetzende Dämmerung tat der Wahnsinns Aussicht keinen Abbruch.

Als wir dann an unserer Unterkunft, der “Asses Ears Wilderness Lodge” ankamen, war es schon komplett dunkel. Der Name “Wilderness Lodge” war hier Programm: Ganz einsam und verlassen lag die kleine Anlage mit mehreren Hütten mitten in der Pampa und war auch eher spartanisch ausgestattet. Gerade das machte aber auch den ganzen Chare aus, zusammen mit Besitzer und Gastgeber Mark und seinen drei wirklich schönen Hunden. Mark ist circa Anfang 60 und hört sich genau so an, wie seine Wilderness Lodge aussieht. Seine tiefe, rauchige Stimme, klingt, als gehöre sie zu einem alten Barmann im wilden Westen und so sieht der gute Mann auch aus. Herrlich! Nach dem Abendessen und zwei lustigen Runden UNO schliefen wir friedlich in unserer 5er Mädelshütte ein und erwachten am nächsten Morgen erneut sehr früh, da wir am letzten Tag der Tour natürlich wieder einiges vorhatten.

Los gings mit einer sehr beeindruckenden Wanderung an den McKenzie Falls. Mit voller Wucht stürzt sich das Wasser hinab ins Tal und schlängelt sich dann quer durch die Wildnis. Wir wanderten eineinhalb Stunden am Wasser entlang – vorbei an weiteren kleineren Wasserfällen (Fish Falls), verbrannten Bäumen, über Stock und Stein.

Am Ziel angelangt, erwartete uns Cameron schon mit frischen Burgern und abfahrbereitem Bus, denn heute standen wir etwas unter Zeitdruck, da um 13Uhr für drei von uns der Bus nach Adelaide abfuhr. Wie gewohnt mit einem Affenzahn brachte Cameron uns zum nächsten und letzten Stop der Tour: Dem Hollow Mountain. Hier kletterten wir in Windeseile alle hoch, genossen etwa eine halbe Stunde die atemberaubende Aussicht über die Grampians und kletterten wieder hinunter. Diese “Wanderung” entsprach genau meinem Geschmack. 🙂

Wie geplant nahmen wir dann von Horsham aus den Bus nach Adelaide und der Rest der Gruppe fuhr mit Cameron zurück nach Melbourne.
Das war wirklich eine richtig coole Tour mit wahnsinnig tollen Eindrücken, die ich jedem nur empfehlen kann! 🙂 Wie es dann von Adelaide aus für uns weiter ging, erzähl ich euch im nächsten Artikel – sobald nochmal ein Regentag im Camper ansteht 😀

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