Düsseldorf-Friedrichstadt: Unterwegs in der ‚Walachei‘

Wir befinden uns mitten in Düsseldorf, zwischen Innenstadt und Bilk im 3. Stadtbezirk: Hier liegt das hübsche Viertel Friedrichstadt, das am dichtesten besiedelte Stadtviertel.

 

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Die Geschichte des Viertels

Nachdem Düsseldorf sich Mitte des 19. Jahrhunderts immer weiter in Richtung Süden ausbreitete, und 1854 die entsprechenden Bauarbeiten begonnen, war die Friedrichstadt geboren.

Seinen heutigen Namen hat dieser Stadtteil dem preußischen König Friedrich Wilhelm IV. zu verdanken, aber das war nicht immer so: Früher hieß dieses Viertel im Volksmund „Walachei“ – vermutlich, weil der Untergrund hier ursprünglich recht sumpfig war.

Schon bald entwickelte sich die ’neue‘ Friedrichstadt (damals auch „zufriedener Süden“ genannt) aber zur beliebten Wohnlage und viele Beamte und Offiziere ließen sich dort nieder. Aus dieser Zeit stammen auch die vielen schönen, bunten Altbauten des Viertels, die es mir besonders angetan haben und mir irgendwie ein wohliges Gefühl vermitteln.

 

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Heute hat Friedrichstadt tatsächlich überhaupt nichts mehr von „Walachei“, ganz im Gegenteil: Friedrichstadt ist ein sehr belebter Stadtteil und zählt für mich definitiv zu den schönsten Ecken Düsseldorfs.

Der Großteil der Straßen verläuft in der Friedrichstadt schachbrettartig und erleichtert so die Orientierung. Anders jedoch am Fürstenplatz: Hier laufen die Straßen nahezu sternförmig auf den Platz zu und weichen so von dem ansonsten dominierenden Straßenmuster ab.

 

Der Fürstenplatz

Da der Fürstenplatz das Herz des Viertels und somit den zentralen Treffpunkt bildet, beginnt hier auch unser kleiner Spaziergang.

 

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Wie so oft, ist hier mächtig was los: Zwei ältere Opas sitzen auf einer schattig gelegenen Bank und rauchen Zigarre, fröhliche Kinder rennen auf dem Spielplatz umher und zwei Mädels werfen ein paar Körbe auf dem Basketballplatz. Meine Freundin und ich überlegen kurz, ob wir uns dazu gesellen sollen, entscheiden uns aber dagegen. Heute sind wir zum Fotografieren hier und nicht zum Zocken. 😉 Dennoch werde ich mit Sicherheit in nächster Zeit mal wieder dort vorbeischauen – und dann mit Ball, statt Kamera! Einen schöner gelegenen open air Basketballplatz kann ich mir nämlich kaum vorstellen. 🙂

 

Im Norden des schönen Platzes befindet sich der Industriebrunnen, der im Rahmen eines Wettbewerbes anlässlich der Industrie- und Gewerbeausstellung von 1908 entstanden ist. In den Jahren 1911-1913 wurde der Brunnen vor dem Kunstpalast gebaut und 1913 dort eingeweiht, aber schon zwölf Jahre später musste er dort aufgrund der Neubauten am Ehrenhof wieder abgebaut werden. So kam es, dass der Industriebrunnen im Jahr 1939 an den Fürstenplatz zog und seitdem dort steht. Zwischenzeitlich wurden allerdings die drei Bronzefiguren „Schmied Vulkan“, „Bergmann“ und „Hüttenarbeiter als Metallspende für Rüstungszwecke abgebaut, um sie einzuschmelzen. Glücklicherweise blieben sie jedoch verschont und wurden 1950 wieder aufgebaut.

 

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Eine ganze Weile lang schlendern wir einfach kreuz und quer über den Fürstenplatz und lassen das bunte Treiben auf uns wirken. Es fühlt sich ein bisschen nach Urlaub an.

Und wie es sich für einen Urlaub gehört, laufen wir vom Fürstenplatz aus einfach drauf los und haben erstmal kein konkretes Ziel vor Augen, denn das ergibt sich relativ schnell von ganz alleine.

 

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Gastronomie in Friedrichstadt

Als wir auf der Oberbilker Allee entlang spazieren, lacht uns auf der gegenüberliegenden Straße ein einladendes Café an und da unsere Mägen bereits knurren, beschließen wir, im Café Knülle kurz einzukehren. Das Café Knülle ist ein süßes kleines Café, das mich von der Einrichtung her ein bisschen an Paris erinnert. Die Atmosphäre hier war an diesem Freitagnachmittag ganz entspannt, ruhig und gemütlich. So konnten wir sehr gut quatschen, einen kleinen Snack genießen und uns nebenbei von chilliger Jazzmusik berieseln lassen. Auch die Preise fand ich okay: Es ist nicht super günstig, aber mit 5,90€ für eine leckere Zucchinisuppe und 3,90€ für ein Tomate-Mozarella-Rucola-Sandwich noch gerade so verkraftbar für unsere Studentenportemonnaies. Der Service stimmte auch, insofern kann ich nur sagen: Daumen hoch für’s Café Knülle! 🙂

 

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Für ein bisschen mediterranes Feeling sorgt das italienische Restaurant La Bora in der Hüttenstraße. Im Sommer lädt die Terrasse zu sonnig-entspannten Stunden ein und auch die Innenräume können sich sehen lassen. Der Service ist gut, die Preise okay und das Essen seeehr lecker! Auch wenn man mit größeren Gruppen unterwegs ist, eignet sich das La Bora als gute Location.

 

Direkt am Fürstenplatz gelegen befindet sich das Chrystall, das manchen vielleicht noch als Bar Apartment bekannt ist. Hier sitzt man ganz gemütlich und kann nicht nur leckere herzhafte Snacks, sondern auch Kuchen schmausen. Zusätzlich zu den üblichen Softdrinks gibt es hier auch Orangina, mein absolutes Lieblingsgetränk. 😉 Ein Schluck und zack fühle ich mich in einen Frankreich-Urlaub meiner Kindheit zurückversetzt. Da man hier außerdem kostenlos das WLan nutzen kann, eignet sich das Chrystall auch hervorragend, wenn man mal vom eigenen Schreibtisch weg will, aber dennoch lernen oder arbeiten muss. Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt auch hier, insofern: tippitoppi! (Direkt nebenan kann man übrigens im angrenzenden Store sehr gut shoppen!)

 

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Direkt auf der nächsten Ecke des Fürstenplatzes befindet sich die Botschaft, ein kleines aber feines Café mit Lounge-Charakter. Im Sommer und bei gutem Wetter lockt die Botschaft mit der netten Terrasse mit Blick auf den Fürstenplatz. Ich war bisher jedoch leider nur im Winter da, aber auch dann kann man der Botschaft durchaus einen Besuch abstatten. Mein Tipp: Der Kakao! Hier kann man auch getrost auf die Sahne verzichten, denn der Milchschaum allein ist schon ein kleines Highlight. 😉

 

Ein tolles japanisches Restaurant ist die Tokyo Lounge auf der Berliner Allee: All you can eat Sushi für einen guten Preis. Ich bin ja eigentlich überhaupt kein Sushi-Fan, aber hier war sogar ich begeistert 🙂

 

Und noch zwei Locations, die ich selbst leider bisher noch nicht getestet habe, von denen ich aber nur Gutes gehört habe:

Das Café Kucheneck auf der Bilker Allee soll zu den schönsten Cafés der Stadt gehören. Zugegeben, das Kucheneck ist schon eine kleine Berühmtheit, mit seinen vielen Kuchen und Torten. Die süße rot-weiße Einrichtung ist ein wahrer Hingucker und die Location als ehemalige Tankstelle auch extrem cool. 🙂 Leider habe ich es bisher noch nicht selbst hierher geschafft, aber da so viele davon schwärmen habe ich es trotzdem mit aufgenommen und gleichzeitig ganz oben auf meine Düsseldorf-Bucketlist gesetzt.

Schräg gegenüber vom Café Knülle kann man auf der Oberbilker Allee vietnamesische Küche im Scaramangas genießen: Die „Scaraminis“ sind eine Art vietnamesische Tapas, so kann man direkt viele verschiedene Gerichte auf einmal probieren. Die Einrichtung ist sehr stylisch und modern und  hier kann man im Sommer sehr schön draußen sitzen.

 

Habt ihr noch mehr gute Tipps zu Friedrichstadt? Wie gefällt euch dieses Viertel? Lasst mir euer Feedback und Anregungen gerne in den Kommentaren da! 🙂

 

 

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