Bulli-Tagebuch Teil 4: Wanderung von Riomaggiore nach Portovenere

Wie immer ging die Reise viel zu schnell rum und so brachen ehe wir uns versahen auch schon die letzten Tage an.

Den letzten Tag in den Cinque Terre wollten wir mal wieder auf den Wanderwegen entlang der Küste verbringen. So machten wir uns auf den Weg mit dem Zug ins fünfte der Cinque Terre Dörfer, Riomaggiore, und starteten schon kurz darauf von dort aus in Richtung Portovenere.

Wie sich schnell herausstellte, unterscheidet sich Riomaggiore nicht wirklich von den anderen vier Cinque Terre Dörfern und besteht ebenfalls aus vielen bunten Häuschen die malerische Gässchen säumen.

 

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Um den Einstieg zum Wanderweg zu finden mussten wir zunächst eine Weile bergauf durch das hübsche Dorf spazieren. Immer weiter nach oben und dann ab in den Wald. 🙂

Schon bald bot sich uns wieder das übliche Küstenpanorama, das wir schon aus den vergangenen Tagen kannten: Die schier unendliche Weite des Mittelmeeres war während der gesamten Wanderung unser ständiger Begleiter.

 

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Die Ausblicke, die sich uns boten, waren unglaublich und so war der anstrengende Anstieg zu Beginn der Wanderung schnell vergessen, als wir das erste Zwischenziel, die Kapelle Santuario di Nostra Signora di Montenero und die Aussicht noch besser wurde:

 

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Hier begangen wir dann leider einen unnötigen Fehler und schlugen den falschen Weg ein. Grundsätzlich bin ich zwar der Meinung, dass kein Weg der Falsche ist und dass es auch mal nett sein kann, ein bisschen planlos durch die Gegend zu laufen, aber da wir erst gegen 12 Uhr losmarschiert waren und die Wanderung laut Reiseführer mindestens viereinhalb Stunden dauern sollte, konnten wir uns keine großartigen Umwege leisten. Und das alles nur, weil ich oben an der Kapelle den Wegweiser nach Portovenere, unserem Zielort, schlichtweg übersehen habe. Herrje!

Wir wanderten also fröhlich in die falsche Richtung und spätestens als die rotweißen Markierungen ausblieben, wurde uns klar: Hier läuft etwas nicht so, wie es laufen sollte. Dank eines freundlichen Italieners erfuhren wir, dass wir bis zur Kapelle zurückmussten, um dann den Schildern zum Telegrafo zu folgen und von dort aus über Campiglia nach Portovenere zu wandern. Das Blöde an der Geschichte: die ganze Zeit, die wir in die falsche Richtung gelatscht waren, ging es recht steil bergab. Also mussten wir anschließend einiges an Steigung in Kauf nehmen, aber zum Glück hatten wir ausreichend Getränke im Gepäck. Dieses Malheur kostete uns insgesamt eine ganze Stunde.

Weiter gings: Von nun an achteten wir sehr aufmerksam auf die Schilder am Wegesrand und wanderten munter weiter. Nach einer Weile erblickten wir zu unserer Linken den Golf von La Spezia und hatten durch die Bäume einen tollen Blick auf die große Hafenstadt.

 

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Kurz nach Campiglia wunderten wir uns über die Angaben auf den Wegweisern, da wir uns kaum vorstellen konnten, dass wir für einen Kilometer eine ganze Stunde brauchten. Da lagen wir ganz richtig, denn bald ging uns ein Licht auf und wir stellten fest, dass es sich bei den Zahlen auf den Schildern nicht um Kilometer-Angaben, sondern um Zeitangaben handelte! Mensch, da hätte man ja schonmal ein kleines ‚h‘ hinter schreiben können… 😀 Naja.

 

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Immerhin kamen wir noch vor Einbruch der Dämmerung (zugegeben, es war knapp!) erschöpft aber glücklich in Portovenere an. Die Anstrengung hatte sich definitiv gelohnt: In Portovenere gefiel es uns super gut und still und heimlich bereuten wir es ein wenig, erst so spät losgezogen zu sein. (Aber hey, dafür hatten wir ein ausgedehntes Osterfrühstück 😉 )

 

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Kaum waren wir angekommen, wurde es auch schon dunkel und ein Blick auf den Bootsfahrplan verriet uns, dass wir das letzte Bötchen deutlich verpasst hatten. So wurde nichts aus unserem ursprünglichen Plan, mit einem Boot zurück nach Riomaggiore zu fahren.

Flexibel wie wir sind fanden wir natürlich schnell eine Alternative 😉 So erfuhren wir von einem netten italienischen Opi, dass wir zunächst nach La Spezis fahren mussten, um von dort aus den Zug zurück nach Levanto zu nehmen. Wir hatten also noch ein gutes Stück Fahrt vor uns, und entschieden uns, nach einer kurzen Bummelei bereits den Rückweg anzutreten.

Der Bus nach La Spezia fuhr etwa eine halbe Stunde und war völlig überfüllt. Eingeengt zwischen den anderen Passagieren wünschte ich mir einmal mehr, 10cm größer zu sein. :p

Hungrig und ausgelaugt verpassten wir am Bahnhof ganz knapp den Zug nach Levanto und waren gezwungen eine halbe Stunde zu warten. Da wir so viel Hunger hatten und sich unsere Lust, um 22Uhr noch im Bulli zu kochen in Grenzen hielt, statteten wir kurzerhand McDonald’s einen Besuch ab und gönnten uns reichlich Burger und Pommes. 😀 Das muss halt auch mal sein.

Zurück beim Bulli in Levanto, konnten wir dann quasi sofort ins Bettchen fallen und uns auf den nächsten Tag freuen: Etappe 1 der Rückfahrt stand an. Wir hatten beschlossen, die Rückfahrt auf zwei Tage aufzuteilen und noch einen Zwischenstopp am Bodensee einzulegen. Wie es uns dort gefallen hat, erfahrt ihr im letzten Teil meines Bulli-Tagebuchs! 🙂

 

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