Australien #3: Cairns & Daintree Rainforest

Es ist unglaublich, aber wir sind nach 36 Stunden Fahrt im Greyhoundbus tatsächlich gut in Cairns angekommen und die Fahrt ging letztendlich schnelller um als gedacht. Nach etwa 30 Stunden hatten wir ein paar Stunden Aufenthalt in Townsville, die wir zusammen mit Moritz, einem deutschen Backpacker aus dem Schwarzwald, verbrachten. Frisch gestärkt durch Cola und Gyros waren wir bereit für die letzten 6 Stunden!

 

Ein Tag in Cairns

Gegen 21Uhr konnten wir dann unser 6er Zimmer im Mad Monkey Hostel beziehen – ein wirklich richtig schönes, sauberes und sehr empfehlenswertes Hostel. Ursprünglich wollten wir hier drei Nächte verbringen, aber da Travellers Autobarn uns gemailt hatte, dass wir den Camper schon einen Tag früher als geplant abholen können und das auch noch ohne Zusatzkosten, stornierten wir die dritte Nacht.

Cairns hat in meinen Augen ohnehin nicht allzu viel zu bieten – die meisten Attraktionen liegen eher außerhalb der Stadt. So flanierten wir nur ein wenig umher, ich kaufte einen neuen Bikini und nach einem Spaziergang über die Esplanade ließen wir uns dann an der Lagune nieder und chillten den Rest des Tages in der Sonne. Diese Lagunen findet man öfter in australischen Städten: Hierbei handelt es sich um frei zugängliche, öffentliche Freibäder mitten in der Stadt.

Die Lagune in Cairns sorgt für Abkühlung an heißen Tagen
Am Hafen von Cairns

Am Abend nutzten wir das Sparangebot des Hostels und gönnten uns leckere Pasta zum halben Preis, bevor wir uns ausgehfertig machten. Das Nachtleben von Cairns hat es ganz schön in sich – es reihen sich zahlreiche Bars und Clubs aneinander und da ist für jeden Geschmack etwas dabei. Wir entschieden uns fürs The Woolshed, einer gelungenen Mischung aus Bar & Club, mit tanzbarer Musik und gratis Sekt für alle Mädels. Da wir am nächsten Morgen den Camper abholen wollten, gingen wir aber brav früh nach Hause 🙂

 

Hallo Susi!

Die Mitarbeiterin von Travellers Autobarn war sehr freundlich und beantwortete geduldig all unsere Fragen, bevor wir unseren Campervan in Empfang nahmen und ihn liebevoll auf den Namen Susi tauften. Nach circa einer Stunde ging es dann los und wir steuerten den nächsten Supermarkt zum Großeinkauf an. Ich musste mich erstmal wieder an den Linksverkehr gewöhnen, den ich ja zum Glück schon von Irland kannte, aber dann gings eigentlich.:)

Unsere Susi 🙂

Nachdem wir uns mit den wichtigsten Dingen ausgestattet hatten, ging es weiter Richtung Norden und wir steuerten einen Campingplatz in Port Douglas an. Dieser Ort wurde uns von verschiedenen Reiseführern und -berichten ans Herz gelegt, aber außer einem mittelgroßen Yachthafen, St. Tropez Feeling für Arme und einem zugegebenermaßen sehr schönen Strand geht hier eigentlich nichts. Da uns der Campingplatz Dougies Backpacker Resort außerdem nicht besonders zusagte (blöder Stellplatz, dreckige Küche, 40$ pro Nacht), blieben wir hier nur eine Nacht und ließen den ersten Campingtag mit einem Strandspaziergang zwischen Meer und Regenwald ausklingen.
Nach dem Check-Out am nächsten Morgen flanierten wir dann ein wenig durch den Ort und hinauf zum Flagstaff Lookout, von wo aus man wirklich eine tolle Aussicht auf den schönen, langen, Four Mile Beach hat. Dort legten wir kurz darauf auch direkt die ersten Strandstunden ein und chillten in der Sonne. Ein Traum!

Four Mile Beach
Der Yachthafen von Port Douglas

Ankunft im Daintree Rainforest

Gegen 14.30h brachen wir auf und fuhren weiter hoch in den Norden. Next stop: Cape Tribulation, mitten im Daintree Rainforest, dem ältesten Regenwald der Welt! Unser Campingplatz PK’s Jungle dort war wirklich hübsch und lag direkt am Strand. Hier soll man allerdings wegen der akuten Kroko-Gefahr nicht baden. Ein Strandspaziergang sei aber okay und den ließen wir uns auch nicht nehmen. Zurück am Camper wurde gekocht, Wäsche aufgehängt und wie es sich fürs Campen gehört, draußen gegessen. Das brachte mir einige Mückenstiche ein, aber naja.

Einmal quer durch den Daintree Rainforest – auf dem Mount Sorrow Ridge Trail

Am nächsten Tag wollten wir dann eine große, spektakuläre Wanderung machen, durch den Regenwald hoch zum Mount Sorrow. Für die 7km hin und zurück sollte man mindestens 6 Stunden reine Gehzeit einplanen und keinesfalls nach 10Uhr morgens aufbrechen, was schon vermuten lässt, dass es ziemlich steil hinauf gehen würde. Zusätzlich wird dazu geraten, sich bei jemandem abzumelden und unser Campingplatz hatte sogar extra für diesen Zweck eine Liste parat, in die man sich eintragen sollte.
Pünktlich um 10h machten wir uns dann auf den Weg und erreichten nach gut 20 Minuten den Ausgangspunkt des Mount Sorrow Ridge Trails. Wir merkten schnell, dass diese Strecke es tatsächlich in sich hatte, aber wir ließen uns nicht entmutigen und trotzten den zitternden Knien bei jedem Schritt. Es ging wirklich mitten durch den Regenwald, was für eine beeindruckende Natur!!

Der Weg führte uns über Stock und Stein, über riesige Wurzeln und umgestürzte Bäume, durch dichtes Farn und vorbei an kräftigen Lianen. Teilweise ging es so steil bergauf, dass ein Kletterseil zur Unterstützung der Wanderer angebracht war, um die fast senkrechte Steigung hinauf zu kraxeln. Es ist schon richtig, dass nur “geübte Wanderer mit überdurchschnittlichem Fitnesslevel” diese Wanderung antreten sollten, aber dass wir scheinbar dazu gehören, war uns nicht klar 😀 Aufgeben war die ganze Zeit lang keine Option, auch nicht, als wir kurz vor dem Ziel unsere Grenzen längst überschritten hatten.

Entgegenkommende Wanderer ermutigten uns weiter und nach ziemlich genau 2 Stunden erreichten wir dann endlich nass geschwitzt und völlig fertig die Aussichtsplattform, von der sich bei klarem Wetter eine hervorragende Aussicht auf Cape Tribulation bietet. Dort oben auf 680m verweilten wir etwa 20 Minuten und stärkten uns mit Bananen und Nutellabroten, bevor wir den Abstieg antraten. So hoch oben war es nämlich ganz schön windig und die Wolken versperrten uns die meiste Zeit die Sicht.

Für den Rückweg bedurfte es nicht weniger Konzentration als für den Hinweg, denn die vielen Wurzeln stellen gemeine Stolperfallen dar und unsere Beine waren schon sehr müde und erschöpft. Irgendwie kamen wir dann tatsächlich wohlauf wieder unten an und legten am Campingplatz erstmal die Beine hoch, bevor wir uns die wohlverdiente Dusche und anschließend eine große Portion Nudeln gönnten. Statt den angegebenen 6 Stunden brauchten wir letztendlich nur 4 Stunden, aber davon hatte es jede einzelne Minute ganz schön in sich! An diesem Abend schlief ich schon um 20h tief und fest ein 😀

Zum Abschluss unseres Aufenthalts im Daintree Rainforest begannen wir den nächsten Tag nach dem Check Out mit einem kurzen Abstecher zum Cape Tribulation Beach. Dort schlenderten wir eine Weile entlang, leider jedoch bei wolkenverhangenem Himmel.

Cape Tribulation Beach

Dann ging’s zurück zum Camper und Susi brachte uns mit einem kurzen Abstecher meinerseits auf die rechte Spur (aaaah!!) sicher wieder die Küste hinunter nach Mission Beach.

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